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Geplanter A7-Deckel macht Stellinger wütend
Dieser Eintrag stammt von Saskia Jauß Am 11.9.2009 @ 15:42 In Bezirke (HH) | Keine Kommentare
Hamburg-Stellingen – Bei den Stellingern wächst die Sorge um den geplanten Ausbau der Bundesautobahn A7. Das Verkehrsprojekt hat eine Dimension angenommen, die es in Hamburg lange nicht gegeben hat. Vom Elbtunnel bis zum Dreieck Nordwest soll die A7 mit einem riesigen Deckel versehen werden. Er soll dem Lärmschutz dienen, denn die A7 wird auf mindestens acht Spuren ausgebaut. Kosten: rund 400 Millionen Euro. Bauzeit: fünf bis sechs Jahre.
100 Bürger bei Diskussion
Der Startschuss fällt 2011 in Stellingen. Welche Wellen das Mammutprojekt bei den Stellinger A7-Anwohnern schlägt, wurde am Mittwoch bei einer Veranstaltung deutlich. Ein eigens gegründetes Bürgerkomitee unter Führung der GAL-Bezirkspolitikerin Cornelia Mertens hatte Hamburger Spitzenpolitiker aller Parteien zur Diskussion mit betroffenen Bürgern eingeladen. Rund 100 Stellinger nutzten die Chance, und machten ihrem Ärger Luft.
Anwohner fühlen sich im Unklaren gelassen
Kernforderung der A7-Anrainer: Politik und Behörden sollen sie endlich in die Planung einbeziehen. Denn in nicht einmal zwei Jahren ist Baubeginn. Von der zuständigen Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) fühlen sich die Stellinger alleingelassen. „Es ist völlig unklar, wie das Verkehrskonzept während der Bauphase aussieht“, beschwert sich Ernst-Günther Josefowsky, Chef der Bürgerinitiative Stellinger Deckel. Während der Bauzeit werden wichtige Durchgangsstraßen gesperrt, womöglich für Jahre. „Müssen wir dann mit dem Hubschrauber fliegen, um aus unserem Stadtteil rauszukommen?“, fragt sich eine Anwohnerin.
Bisher nur Vorentwürfe
Die Bürger fürchten ein Verkehrschaos während der Bauphase. Ohnehin gilt Stellingen als von der Verkehrsplanung benachteiligt: Neben der A7 zerschneidet die sechsspurige Kieler Straße, eine der Hauptein- und -ausfallstraßen, den Stadtteil. BSU-Sprecher Enno Isermann verweist darauf, dass das Planfeststellungsverfahren, das auch die Verkehrsführung regelt, erst Ende 2010 beginnt. Zurzeit gebe es nur Vorentwürfe, keine Entscheidungen.
Politiker werben um Verständnis
Die anwesenden Spitzenkandidaten wollten beruhigen. „Sie sind auf der sicheren Seite“, sagte GAL-Spitzenkandidatin Krista Sager. Sie sieht in dem Projekt eine „Riesenchance, die Wunde Autobahn ein Stück weit zu heilen“. Schließlich sollen auf dem Deckel Grünflächen und Sportanlagen entstehen. Die Politiker waren bemüht, Verständnis für die Sorgen der Bürger zu zeigen. Selbst CDU und Linke waren sich auf einmal einig, begrüßten das Engagement der Wähler. „Wir tragen Ihre Forderungen mit“, versicherte CDU-Bundestagskandidat Rüdiger Kruse.
Jahrelanger Baulärm befürchtet
Neben dem möglichen Verkehrschaos treibt die Anwohner der zu erwartende Baulärm um. „Viele meiner älteren Nachbarn werden den Stress nicht überleben, wenn jahrelang jeden Tag Bagger direkt vor ihrer Terrasse auf und ab fahren“, sorgt sich eine Stellingerin. Ein anderer Anwohner fürchtet gar die Enteignung. Seit drei Jahren wartet er auf ein Signal von der BSU. Ende Oktober soll die Entscheidung endlich fallen.
Erneute Treffen geplant
Wie soll es weitergehen? Cornelia Mertens vom Bürgerkomitee sieht „dringenden Gesprächsbedarf“, will sich möglichst bald mit Umweltsenatorin Anja Hajduk zusammensetzen. Die Mitglieder des Bürgerkomitees werden sich bereits in wenigen Tagen erneut treffen.
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