Bringen weniger Polizisten mehr Sicherheit?
Hamburg schafft die sogenannte Präsenzschicht ab.
Kommentar von Tom T. Köhler
Foto: Polizeikommissariat 47 Hamburg-Neugraben. (Tom T. Köhler)
Hamburg-Harburg – Die Harburger Polizei muss jetzt Beamte an andere Wachen abgeben, damit die Kollegen dort Peterwagen besetzen können. Das klang vor der Wahl noch anders. Den Harburgern wurde versprochen, dass dort alles beim Alten bleibt. Die Folge der jetzigen Entscheidung: In Harburg bleibt einer der sechs Peterwagen unbesetzt. Die sogenannten Präsenzschichten werden in der ganzen Hansestadt aufgelöst. Schade! Diese Beamten waren gut informierte Ansprechpartner des Bürgers. Sie kannten sich aus, waren deshalb vorbeugend tätig. Sie hatten ihre Pappenheimer im Griff, waren bei Personalengpässen die „Feuerwehr“ bei personalintensiven Einsätzen.
Die Ankündigung vom September, die Präsenzschichten aufzulösen, sorgt bei den Menschen, aber auch bei den Beamten für Unmut. Nun sagt die Harburger CDU, sie habe eine Zusage des Parteifreundes und Innensenators Christoph Ahlhaus, dass Harburg keine Beamten abgeben müsse. Doch dem ist offensichtlich nicht so. Deshalb kam der Rückzieher von der Bezirks-CDU prompt. Statt „nicht abgeben müssen“ heißt es nunmehr „sie kommen bald wieder“. Einige sogar „schnell“ – was auch immer das heißen mag?
Das klingt nach kurzfristigen taktischen Erwägungen. Das mögen die meisten Bürger jedoch nicht. Sie wollen Vertrauen in die Sicherheit auf ihren Straßen haben. Dafür sind die Politiker gewählt worden. So sollten sie auch handeln.
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