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„Internetnutzer wollen auch künftig nicht bezahlen“

Dieser Eintrag stammt von Detlef Struckhof Am 30.10.2009 @ 11:35 In Wirtschaft (D) | Keine Kommentare

Yahoo-Chef Terry von Bibra will gemeinsam mit Medienkonzernen neue Erlösmodelle entwickeln. Er regt strategische Partnerschaften an. Damit sollen sich journalistische Beiträge auch für Medienkonzerne rechnen, denn Internetnutzer werden nur für exklusive Inhalte zahlen, glaubt von Bibra.

[1] Terry von Bibra, Yahoo-Chef Deutschland. Foto: Yahoo! Deutschland Foto: Terry von Bibra, Yahoo-Chef Deutschland. (Yahoo! Deutschland)

München – Bezahlkonzepte für Inhalte im Internet werden scheitern. Das glaubt Terry von Bibra, Geschäftsführer von Yahoo Deutschland. Er sagt: „Die Nutzer sind es gewohnt, dass sie im Web zu jeder Zeit ein riesiges Angebot an Top-Inhalten vorfinden.“ Verschiedenste Untersuchungen belegten, dass Internetnutzer nicht oder nur kaum bereit sind, für Inhalte im Netz zu bezahlen. Eine Ausnahme sehe er nur für Nischenthemen oder Spezialinhalte, die exklusiv im Internet verfügbar sind. Hier könne er sich vorstellen, dass Nutzer dafür bezahlen.

Online-Nutzer sollen für Berichte zahlen

Zuletzt hatte sich am Montag der Vorsitzende des bayrischen Zeitungsverleger-Verbandes (VBZV), Andreas Scherer, für Bezahlinhalte – Paid Content genannt – im Internet eingesetzt. Er will durchsetzen, dass künftig nur noch die Zeitungsabonnenten kostenfrei im Internet auf Zeitungsartikel zugreifen können. „Es ist nur fair und richtig, Online-User an unseren Aufwendungen zu beteiligen“, sagte Scherer, der auch Geschäftsführer der Augsburger Allgemeinen Zeitung ist.

Verschmelzung von traditionellen Medien und Internet unausweichlich

Yahoo prophezeit der Verlagsbrache, sie stehe vor weiteren Umbrüchen. Von Bibra plädiert für strategische Partnerschaften zwischen Medienkonzernen und Internetanbietern. Er sagt: „Eine noch intensivere Verschmelzung der traditionellen Medien mit dem Internet wird unausweichlich sein.“ In einer Pressemitteilung bietet er den Medienkonzernen an, „gemeinsam neue Erlösmodelle zu entwickeln“.

Verlagshäuser wollen Gemeinschaftsaktion für Paid Content

Die deutschen Verleger sind seit Jahren bemüht, ihre Internetauftritte profitabel zu gestalten. Bisher gelingt das nur wenigen Anbietern. Meist führten die kostenlosen Beiträge im Internet in der Vergangenheit zu einem verstärkten Rückgang bei den Abonnements. Die rückläufigen Anzeigenmärkte und die stagnierenden Verkaufszahlen erschweren den Verlagen immer häufiger positive Bilanzen zu präsentieren. Deshalb wollen immer mehr Verlagshäuser die Einführung von Bezahlkonzepten durchsetzen – möglichst in einer Gemeinschaftsaktion aller Medienkonzerne.

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