Archive für 30.4.2010

Wohin gehört die Kunst?

Hamburg - Wohin die Kunst soll, erörterten Experten der Kunst, zusammen mit Kultursenatorin Prof. Karin v. Welck und dem Präsidenten der Hochschule für bildende Künste Hamburg, Martin Köttering. Der Kunstverein Harburger Bahnhof lud am 29.4.10 zusammen mit der “Akademie einer anderen Stadt” ein. Die Akademie ist die Kunstplattform der Internationalen Bauausstellung (IBA) Hamburg.

Kunst am Bau (c) Tom Koehler, Hamburg Kunst am Bau (Foto:Tom Koehler, Hamburg)

Künstler und Stadt

„Die Akademie einer anderen Stadt“,so deren künstlerische Leiterin Ute Vorkoeper „plane in 2010 einen Kunstparcours entlang der S-Bahn-Linie 3 quer durch die Stadt“. Eine sehr zugängliche Form der Präsentation. Dies will die Akademie “mit aller gebotenen Widerspenstigkeit” auf der einen und der Unterstützung der Kultursenatorin auf der anderen Seite erreichen. Prof. v. Welck, selbst dem Kulturbetrieb verbunden, engagiere sich gern und ist sich doch der begrenzten Mittel bewusst. Am Gelde hängts, zum Gelde drängt doch alles. Leider. Sie versteht aber “Kultur als Ferment der Gesellschaft”. Die Schaffung von Quartieren für Künstler, das Angebot zur Vernetzung sei ihr ein wichtiges Anliegen.

Raum und Zeit

Eine andere Form des Zugangs zur Kunst stellte Dr. Kurt Wettengl, Direktor des Museums Ostwall in Dortmund, vor. Er sieht im Museum ein Kraftwerk. Jüngstes Projekt: Ein Archiv der Zukunft. Zusammen mit Kollegen anderer Museen ermöglichte er den Zugang zu Kunst für Schüler in NRW. Kunst entwickelt sich dort, wo sie Gehör findet. Hören und gehören - das zusammen ergibt eine gute Mischung. Dies postuliert Martin Köttering. Jeder Ort sei für Kunst geeignet. Im vergangenen Jahr sei als Beispiel die Hafencity genannt, in der sich Künstler aus 20 Ländern unter dem Titel “subvision” in einem Containerdorf präsentierten.

Kunst im Bau (c) Tom Koehler, Hamburg Kunst im Bau (Foto: Tom Koehler, Hamburg)

Für und Wider

Gibt es eine Opposition von Öffentlichem und Kunstraum? Schafft Kunst, die Menschen mit einzubeziehen, wie es die Akademie plant? Ist die Stadtplanung ein Feind der Kunst oder kann sie helfen? Das Gespräch hat nicht alle Fragen beantworten können, eher noch mehr aufgeworfen. Einig sind sich Experten und Publikum: Die Kunst hat überall ihren Platz. Sie zu fördern, nicht nur finanziell, ist sicherlich das Anliegen aller, die im Gespräch waren.

Einblick und Ausblick

Das rege Interesse der Besucher zeigte sich bei der anschließenden Fragerunde. Bleibt zu hoffen, dass künstlerisches Engagement, erfolgreiches Netzwerk der Stadtkultur und ein wohlwollender Stadtkämmerer eine optimale Mischung ergibt. Damit es nicht getreu dem vielzitierten Spruch heißt: Ist das Kunst, oder kann das weg?

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