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Unesco-Welttag des audiovisuellen Erbes

Sagen Ihnen Hi8, 16mm, VHS oder Cinemascope etwas? Muss man Cineast oder Hobbyfilmer sein, um mit diesen Begriffen etwas zu verbinden? Wir leben schon so in der digitalen Welt, dass uns Filme im Fotoapparat oder der Videokamera als sehr rückständig vorkommen. So sind Filme, die sich über Rollen bewegten und Maschinen mit dem charakteristischen Klackern nur noch aus Filmen bekannt. Die Unesco erinnert heute daran – mit dem Welttag des audiovisuellen Erbes. Er erinnert an die Erhaltung von Fotos, Tonaufnahmen, Filmen und Videos, die in den letzten 100 Jahren geschaffen wurden.

Kinokultur

Als es noch keine Fernseher gab, war das Kino eine kulturelle Institution. Heute versuchen die verbliebenen Lichtspielhäuser der Neuzeit, mit reichlich Dolby, 3D und anderem technischen Instrumentarium den Niedergang aufzuhalten. Wer erinnert sich noch an Vaters oder Großvaters Bemühen, den schweren Projektor auf den Stubentisch zu hieven und die Metall- oder Pappschachteln zu sortieren, in denen das familiäre Celluloid verwahrt wurde. Die Filmabende bei knatterndem Gerät und Stummfilm waren das Kino des kleinen Mannes. Später entwickelten findige Ingenieure den Film in der Kassette – das Video ward geboren. Die Kameras wurden handlicher, die Akkus hielten immer länger und ohne anderes Gerät konnte der Film in den heimischen Fernseher transportiert werden. Ein Kabel namens Scart sorgte dafür.

Alter Rollei-Fotoapparat (c) www.abendfarben.de (Foto: Tom Koehler, Hamburg)

Ton und Bild

Am Tag des audiovisuellen Erbes soll aber auch der Tonaufnahmen und Fotos gedacht werden. Erste Tonaufnahmen wurden gepresst und eine Nadel entlockte den schwarzen Scheiben den Klang der Zeit. Die Schallplatten wurden nach dem Krieg bald von Tonbändern abgelöst. Von den Plattenkameras und  Magnesiumlichtern bis zu den heutigen digitalen Wunderdingern liegen 100 Jahre. Die Fotografie, einst im abgedunkelten Dachboden oder Keller mit Chemikalien betrieben, findet heute am Computer statt.

Teure Vergangenheit

Die Technik wird immer noch auf Trödelmärkten oder elektronischen Marktplätzen zu horrenden Preisen angeboten. Wer heute seine AGFA-Kamera-Sammlung erweitern will oder noch Schellack-Platten sucht, weiß, wovon hier die Rede ist. Den Produkten der Technik, den Tonbändern, Schmalfilmen und den Kisten voller Familien-Bilder wird diese Aufmerksamkeit nicht zuteil. Schauen Sie doch am Wochenende mal wieder in den Keller oder auf den Dachboden. Vielleicht wird das verregnete Wochenende zu einer wunderbaren Zeitreise – in die eigene Vergangenheit und völlig analog.

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Ich sehe was, was du nicht siehst - Eine Fotoausstellung

Logo der Ausstellung

Im Einkaufszentrum Mercado Altona in Hamburg kann der Besucher bis zum 29.05.10 eine interessante Fotoausstellung besichtigen. Es ist ein visueller Brückenschlag zwischen Europa und Afrika, genauer zwischen Schleswig-Holstein und Burkina Faso.

Die Fotografen Die Fotografen (Foto: Tom Köhler, Hamburg)

Inmitten Menschengewimmel eine Insel

Eine Rolltreppe fährt auf die Ausstellung zu, die den Menschenstrom teilt. Wenige halten inne, verweilen vor den Bilderwänden, sind nachdenklich. Manche amüsieren sich über kleinbürgerliche deutsche Verbotsschilderwälder. Die Farbenpracht mancher Bilderstrecken passt so gar nicht in mitteleuropäische Gefilde. Das ist wohl das Geheimnis der Ausstellung. Die Fotografen sind Jugendliche mit abgebrochener Schullaufbahn oder Förderschulabschluss aus Schleswig-Holstein. Die Fotografen sind auch ehemalige Straßenkinder und Waisen aus Burkina Faso im Herzen Afrikas. Sie hielten sie ihre Welt in Bildern fest. Organisiert und kuratiert hat die Wanderausstellung Natascha-Maria Meyenberg vom Verein Medienbildung Eine Welt e.V. in Kiel.

Motive 1 Motive 1 (Foto: Tom Köhler, Hamburg)

Wie sehe ich meine Welt?

Diese Frage wurde den jungen Künstlern mit auf den Weg gegeben. Sie haben einen ganz eigenen Blick auf wunderbare Nebensächlichkeiten und nebensächliche Wunder. Einige sammelten einen bunten Strauß an Ereignissen, andere arbeiteten fast streng thematisch. Meyenberg nennt es ein “Esperanto in Bildform”. Jeder kann mit den Situationen oder Motiven etwas anfangen. Jedem bietet sich die Möglichkeit, für einen kurzen Augenblick seinen Alltag beiseitezulegen und einen Blick auf den Alltag andere zu werfen.

Motive 2 Motive 2 (Foto: Tom Köhler, Hamburg)

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