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Skandale - Korrektive der Macht?

Starfighter, Contergan, Neue Heimat, Flick, Pfahls, CDU-Spenden - die Geschichte der Bundesrepublik ist gespickt mit Skandalen. Doch die Geschichte der Skandale ist länger, als die Republik alt ist. Der Journalist Sebastian Knauer führte in einer bilderbewehrten Chronik die Zuschauer durch eine Auswahl der Erschütterungen, die Deutsche aus ihrem Michelschlaf rissen. Knauer selbst war Teil eines Skandals. Er fand die Leiche Barschels in der Badewanne und fotografierte ihn. Danach war er involviert, sogar verdächtig. Für ihn ist auch heute noch der Fall ein Skandal: “Wieso ist es auch nach über zwanzig Jahren nicht möglich, den Fall aufzuklären? Die Staatsanwalt weigert sich, eine Entscheidung zu fällen - Mord oder Selbstmord.”

Themenplakat Koerberforum Skandale (c) www.abendfarben.de Themenplakat (Foto: Tom Koehler, Hamburg)

Professor und Journalist

Sensibilisiert für die Auswirkungen, die Tücken eines Skandals, begrüßte das volle Auditorium die beiden Hauptpersonen des Abends: Prof. Dr. Bernhard Pörksen von der Uni Tübingen und den bundesrepublikanischen Aufdecker schlechthin - Hans Leyendecker von der Süddeutschen Zeitung. “Der Skandal verstößt gegen das, was in der Gesellschaft akzeptiert wird.” Leyendecker weiter: “In jeder Epoche ist ein Skandal etwas anderes. Heute würde der Fall Rosemarie Nitribitt nicht ein solches Echo hervorrufen, wie in der damaligen Zeit.” Andererseits ist das empörungsbereite Publikum nur kurze Zeit aufnahmefähig. Oder, um sich der Mediensprache zu bedienen: Das versendet sich. Im Gegenzug erntete er Kritik, weil er den Fall Leuna-Affäre nochmals genau betrachtete, Zugang zu Akten hatte. Es stellte sich heraus, dass jene Zeilen, die er vorher schrieb, so nicht der Wahrheit entsprachen. Sein “Sinneswandel” wurde vom Publikum abgestraft. Herbe Kritik, so Leyendecker, “weil er das Vorurteil der Leser nicht mehr akzeptierte”.

Hans Leyendecker beim Koerberforum Hamburg (c) www.abendfarben.de Hans Leyendecker im Gespräch (Foto: Tom Koehler, Hamburg)

Journalismus braucht Zeit und Geld

Bernhard Pörksen: “Gibt es Freude an der Trophäe? Ist es ein Triumph, jemanden zurücktreten zu sehen?” Leyendecker: “Nein.” Es gibt Schmutzgeschichten, sicherlich. Und die Methoden, die zu den Informationen geführt haben, müssen problematisiert werden, wenn sie nicht sauber sind. “Allerdings müssen die betroffenen Personen auch die eigenen Verfehlungen anerkennen, sonst sind sie nicht glaubwürdig.” Die Zeiten, kritisierte der Journalist zu Recht, in denen er und seine Kollegen noch reichlich Zeit und Unterstützung hatten, um zu recherchieren, sind wohl vorbei. Die Konkurrenz ist riesig, der Druck fast körperlich spürbar. “Jetzt wird nur noch auf Schnelligkeit gearbeitet, nicht auf Genauigkeit!” Kollegen sonnen sich im Ranking von Exklusivgeschichten. “Das sind Torheiten!” Ob diese Geschichten immer der Wahrheit entsprächen, ist fraglich.

Bernhard Poerksen beim Koerberforum Hamburg (c) www.abendfarben.de Berhnard Poerksen (Foto: Tom Koehler, Hamburg)

Wo kommen die Informationen her?

Dass es nicht einfach ist, eine Geschichte zum Skandal zu erzählen, weiß der Journalist. “Oft sind sie auch sehr kompliziert. Mit Zahlen vollgestopft.” und weiter “Wir erzählen heute Geschichten anders, besser!” Pörksen machte auf den Umstand aufmerksam, dass Leyendecker selbst einmal auf einen Informanten hereingefallen ist. “Ja, das war in der Bad Kleinen-Affäre!” Er hatte damals zu einem Mann Kontakt, der behauptete, Zeuge gewesen zu sein, wie der Terrorist Wolfgang Grams hingerichtet wurde. Nach langem Hin und Her stellte sich heraus, dass der Mann unglaubwürdig war. Leyendecker dazu: “Informanten soll man nicht bezahlen. Heute hat sowieso keiner mehr Geld dafür.” und “Wir gehen mit Fehlern nicht ordentlich um.” Nun, es versendet sich. Doch das Gedächtnis der Nation hat einen tatkräftigen Archivar bekommen: das Internet, welches nichts vergisst.

Wie geht es weiter?

Eine Voraussetzung für das Aufdecken von Skandalen ist die akribische journalistische Recherche. Eine weitere die Demokratie, laut Knauer gibt es nämlich nur in dieser Skandale. In Diktaturen wird ein solches Ereignis zu einem Nichtereignis. Er und auch Leyendecker leben davon, dass es Machenschaften gibt, die es aufzudecken gilt. Und die Skandale? “Wir sind froh, dass wir sie haben!” Ob sie die Demokratie korrigieren oder Teil derselben sind, wurde an diesem Abend nicht endgültig geklärt. Die jungen Leyendeckers saßen auf jeden Fall mit im Saal und stellten am Schluss gute Fragen. Jugendliche, die in der Demokratie erwachsen werden und vielleicht einmal einer ganz großen Sache auf die Schliche kommen. Verwiesen sei an dieser Stelle noch auf den Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten. Junge Menschen sollen sich auf die Suche nach Skandalen und Skandälchen machen. Unter www.geschichtswettbewerb.de werden wir vielleicht bald überrascht!

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Meisterstücke der Tischlerinnung in Hamburger Handwerkskammer ausgestellt

Vom 16. - 22.08.2010 bot die Handwerkskammer ganz besonderen Menschen eine Bühne. TISCHLERMEISTERSTÜCKE hieß die hochinteressante Ausstellung. Die Hamburger Meisterschule Tischlerhandwerk ließ Ihre Favoriten auffahren. Die Schule ist eine Abteilung im Harburger Elbcampus, dem Kompetenzzentrum der Handwerkskammer Hamburg.

Immenser Andrang

Alle Jahre wieder werden die ausgewählten Prüfungsarbeiten für den Tischlermeister der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dem versierten Heimwerker - vulgo Holzwurm - stockt der Atem. Dem Handwerksmeister nebst Gesellen gehen die Augen über. Doch auch Interessenten ohne fachlichen Hintergrund sind Gäste in der Handwerkskammer und bestaunen die Ideen und Materialien. Ehrfurcht verlangen einige Zahlen: Von der Idee bis zum fertigen Objekt vergehen bis zu 8 Monate. Reine Fertigungszeit für ein solches Stück: 180 Stunden. Doch die immense Arbeit, die in den Meisterwerken steckt, ist ein Augenschmaus! Die hohen Besucherzahlen führten zu etwas noch nie dagewesenem. Herwig Kathke, Bildungsmanager im Elbcampus: “So einen Andrang hatten wir noch nicht. Die reichlich gedruckten Begleithefte waren innerhalb von zwei Tagen vergriffen. Wir mussten nachdrucken lassen!”

Kickertisch Stefan Brink Oststeinbeck (c) www.abendfarben.de Kickertisch von Stefan Brink, Oststeinbeck (Foto: Tom Köhler, Hamburg)

Berühren verboten

Leider ist es nicht gestattet, die Stücke zu berühren. Doch danach verlangt es einem unbändig, wenn Maserungen und Rundungen vor einem stehen. Also ist es eine optische Reise, angenehm unterstützt durch den intensiven Duft nach Eiche, Nuss, Kirsche und Zebrano. Der Betrachter braucht erst mal einige Minuten, um die Sinneseindrücke zu verarbeiten. Die scheinbar geringe Zahl der Stücke lässt die Zeit elegant verstreichen. Oft klebt der Blick an Details, umschleicht der Besucher das Objekt immer und immer wieder. Verschiedene Hölzer versprühen ihren Charme und für jeden Geschmack ist etwas dabei. Der Kickertisch aus Nussbaum steht geradezu im Weg. Sich ihm zu entziehen ist unmöglich. Die verchromten Stäbe mit schwarzen Griffen kontrastieren wunderbar mit dem edlen Holz. Der Clou: Ein Auszug an jedem Kopfende dient der Aufnahme der für ein Kickerturnier notwendigen Getränke. Der Begriff Lackaffe bekommt eine völlig neue Bedeutung, stellt sich der Besucher die Stunden vor, in denen der Tischler die Oberflächen behandelt. Durch unzählige Schichten entsteht eine Brillianz und Tiefe der Maserung, die ihresgleichen sucht.

Anrichte Per Völkel Hamburg (c) www.abendfarben.de Anrichte von Per Völkel, Hamburg (Foto: Tom Koehler, Hamburg)

Meisterwerke der Tischlerinnung

Die Stars der Besucher sind aber eine Anrichte aus Cocobolo und Ahorn - und ein unglaublicher Waschtisch aus Eiche mit atemberaubender Maserung. Doch eines nach dem anderen.Die Anrichte hat eine schachbrettartige Front mit erhabenen und vertieften Elementen. Ein genialer Mechanismus lässt die Türen durch leichten Druck nach außen schwenken. Das dunkle Holz strahlt eine Wärme und Behaglichkeit aus, die ein ungeübter Betrachter mich dem Schlagwort “Eiche rustikal” versehen würde. Doch die beiden Hölzer kooperieren hervorragend und der rotbraune Ton gewinnt seine Verehrer im Handumdrehen. Der Waschtisch zog jeden Besucher magisch an. Immer wieder die starke Versuchung, mit der Hand das Material zu erkunden - oh Folter, verboten! Es sind zwei Becken in das mehrfach verklebte Material gefräst. Das kleinere Becken dient den Händen und verfügt über eine sensorgesteuerte Wasserzufuhr. Dahinter verbirgt sich ein Fach, welches durch Druck darauf nach oben fährt. Das große Becken könnte einem Taufbecken zur Ehre gereichen. Die Oberflächen sind mit Hartöl behandelt und würden im heimischen Bad einen zauberhaften Duft verbreiten.

Waschtisch Mathias Wendt Norderstedt (c) www.abendfarben.de Waschtisch von Mathias Wendt, Norderstedt (Foto: Tom Koehler, Hamburg)

Alle Jahre wieder

Allen Stücken die ihnen gebührende Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, sprengt leider den Platz. Allen angehenden Tischlermeistern sei beschieden, dass sie ihre Profession mit höchstem Einsatz und gelungener Kreativität ausüben. Die Liebe zum Detail, aber auch zum Material ist spürbar, erfahrbar. Dank gilt der Handwerkskammer, die ihr schönes Treppenhaus für die Ausstellung bereitstellte. Allen, die dem Material Holz mehr als nur den Brennwert abgewinnen können, sei empfohlen, im nächsten Jahr wieder mit staunenden Augen und offenen Mündern zu den Objekten der ganz besonderen Art zu pilgern.

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Kampagnen - Wie Gauck zum Medienliebling wurde

Hamburg - Auf der Jahrestagung des Netzwerk Recherche e.V. am 9. und 10. Juli 2010 in Hamburg stand Johann Legner, Pressesprecher von Joachim Gauck, Rede und Antwort.

Mit den Titelseiten bei Bild am Sonntag (BAMS) „Yes, we Gauck!“ und beim Spiegel „Der bessere Präsident“ startete der Medienhype um den Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten. Legner: „Ich war selbst überrascht. Das wünscht sich natürlich jeder in dieser Position.“ Es entstand eine immense Medienaktivität, ein riesiges Bedürfnis nach Kontakt und Interviews. „Sicher auch, weil jeder auf Gauck das projizieren konnte, was ihm in den Kram passte. Die Springer-Presse zeigte zum Beispiel Gauck als Antikommunisten“ so Wegner. Erstaunlich allerdings, dass keine ausländische Zeitung angefragt hat.

Jahreskonferenz Netzwerk Recherche in Hamburg Jahreskonferenz NR (Foto:Tom Koehler, Hamburg)

Digitale Fans

Auf facebook.de hatte er über 40.000 Freunde. Die dialogische Netzgemeinde hatte allerdings auch ihre Schattenseiten. Legner: „Ich weiß nicht, wie viele Gaucks es jetzt gibt!“ Dazu gaben Trittbrettfahrer Spendenaufrufe heraus, verteilten Kontonummern, deren Kontoinhaber nicht bekannt waren. Doch den technischen Dingen war er abhold. Legner: „Gauck wollte immer ausdrucken und faxen – er ist technisch nicht so versiert.“

Ansporn und Adrenalin

Doch was ist das gespannte Verhältnis zur Technik gegen seine unglaubliche Fähigkeit, mit dem Publikum zu kommunizieren. Legner erlebte den Kandidaten sehr nah, hat ihn noch nie zuvor so intensiv arbeiten sehen. Während in seinem Team alle nach einem langen Tag geschafft waren, stand Gauck noch eine ganze Menge – wie er es nannte – Adrenalin zur Verfügung. „Es war wohl auch die Frage: Was machst Du im Alter?“, so Legner. Gauck hat sich sehr gefreut über die Resonanz, das hat ihn angespornt.

Politik plus Journalismus

Die Befindlichkeiten der Politiker bekam auch Legner zu spüren. „Parteien kommunizieren mit ihren Apparaten.“ Nach dem Motto ´Besser gar nichts sagen, bevor etwas kommt, was stört.´Es gab laut Legner auch Stimmungsmache, das zu belegen fällt nicht leicht. Das politische Berlin und der dort involvierte Journalismus sind eine Welt für sich. Die Medien, so Legner haben kein Bewusstsein mehr für die immer größere Differenz zwischen sich und den Bürgern. Es entsteht eine große Kluft. Der Unterschied zwischen Distanz zum Politikbetrieb und Teil desselben zu sein wird geringer.

Nachtrag: Verwunderlich nur, das in der ganzen Berichterstattung nicht der Umstand diskutiert wurde, wie es damals war mit Gauck und seiner Akte. Der langen Zeit, die er allein und unbeobachtet mit dieser Akte verbrachte. Näheres dazu finden Sie hier.

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Worthülsen und Neusprech - Journalismus oder PR

Hamburg - Auf der Jahrestagung des Netzwerk Recherche e.V. am 9. und 10. Juli 2010 in Hamburg sprachen Wortexperten über den deutschen Neusprech und die Bequemlichkeit des Journalismus.

Man füllt in der Tat eine Zeitschiene mit Inhalten, bündelt, verstetigt Ansätze und tariert Lücken aus. Strukturen der sozialen Sicherheit werden effizienter gemacht. Die Kernenergie ist eine Brückentechnologie. Bürgergeld gibt es bald, die Umweltprämie gab es schon.

Rede zur Lage der Sprache

Worte, bei denen Frank A. Meyer, Chefpublizist bei RINGIER (Schweiz), die eidgenössischen Haare zu Berge stehen. In einer engagierten Rede zur Lage der Sprache eiferte er für die Lust am Schreiben. “Der Journalismus soll mit seiner Sprachmacht die Sprachmacht der Politik aufdecken!” und weiter “Sprachverachtung ist Verachtung der Demokratie.” Am Beispiel des sogenannten Küchenzurufs versinnbildlichte Meyer die Hohlheit des Politiksprech. Die Erfindung von Henri Nannen konzentriert den Inhalt eines Artikels auf einen einzigen Zuruf. Der Leser informiert seine Gattin in der heimischen Küche mit der Essenz. In diesem Falle, so Meyer: “Du, stell Dir vor, die Merkel will bündeln!”

Gauck als authentische Persönlichkeit

Neben Meyer stritten für das Wort Dr. Tobias Korenke (Publizist) und Dr. Kai Gniffke (leitender Chefredakteur von ARD-aktuell). Als Vertreter der Public Relation war Axel Weber von Ketchum Pleon anwesend. Moderiert wurde die äußerst kurzweilige Runde von Prof. Dr. Thomas Leif vom Netzwerk Recherche. Am Beispiel Joachim Gauck und dem jetzigen Bundespräsidenten Christian Wulff verglich Korenke die Glaubwürdigkeit durch Authentizität. Gauck hat zum einen etwas zu sagen, zum anderen ist er durch seine Normalität geradezu grandios. Es herrscht eine tiefe Sehnsucht nach Normalsprech, so Korenke. Er empfahl: “Vergleichen Sie die beiden Reden. Gauck seine im Deutschen Theater und die Antrittsrede von Wulff!” Letzterer ist nicht glaubwürdig, während Gauck ein tiefes Empfinden, eine wirkliche Verbundenheit mit dem Begriff “Freiheit” spürbar machte. Sprache IST die Persönlichkeit.

Gruppendruck und  Leichtfertigkeit

Es zeigt sich derzeit eine unglaubliche Bequemlichkeit im Journalismus. Begriffe werden einfach übernommen, die Distanz zur Politik geht oft verloren. Es bedarf der Bereitschaft, so Gniffke, auch einen Schritt zurückzugehen und zu reflektieren. Die Nähe zum Kollegen baut einen Gruppendruck auf, dem sich kaum einer entzieht. Der Politik-Journalismus-Berlin-Betrieb: Alle reden so, also mache ich das auch. Es gibt sogar eine SOKO Sprache bei ARD-aktuell. Kollegen denken über den Gebrauch der Begrifflichkeiten nach und ändern Formulierungen. Leider arbeitet die Soko mit Material, das schon gesendet ist.

Kann sich das Blatt wenden?

Im Journalismus herrscht eine stete Akademisierung. Die universitäre Vorbildung ist wichtiger, als der Lebenshintergrund. „Wir brauchen Knastbrüder, Weltumsegler, junge Leute, die nichts anderes können als schreiben“ so Meyer. “Gauck hat einen Lebenshintergrund, deswegen ist er authentisch.” Die Forderung nach einem wachen, kritischen Journalismus ist sicherlich nicht neu, doch in Zeiten von Plastikworten und ideologisch imprägnierten Begriffen mehr als nötig. Dass dazu eine saubere Recherche gehört, ist selbstverständlich. Und das Gute daran: Leser verstehen es und verlinken dies.

Presseschau - Titelseiten deutscher Zeitungen zur WM

SZ
FAZ
FTD
TAZ
HAN
Handelsblatt
Berliner Zeitung
Bergedorfer Zeitung
Frankfurter Rundschau

BILD  -  Aus der Traum!
Welt  -  54, 74, 90, 2014
Welt Kompakt  -  Aus der Traum!
MOPO Hamburg  -  Der Traum ist aus!
MOPO Berlin  -  Rudelgucken statt Public Viewing
Kicker  -  Aus der Traum! Aber trotzdem Kopf hoch!
Hamburger Abendblatt  -  … aber der große Champion sind sie doch!
Lübecker Nachrichten  -  Aus! Kopf hoch Jungs, ihr habt uns träumen lassen!
Kieler Nachrichten  -  Spanien zerstört Deutschlands Traum vom vierten Stern

Quellen: Titelseiten o.g. Zeitungen am 8.7.2010

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2bAHEAD Zukunftskongress

Gibt es etwas aufregenderes, als einen Blick in die Zukunft zu werfen? Ermöglicht wurde dies, als sich Denker und Lenker aus Europa zum inzwischen neunten Zukunftskongress vom 15. - 16.6. 2010 auf Schloss Oelber bei Salzgitter versammelten.

Brisante Themen

Mediale Heimaten, Kompensation von Krisen und Normenzukunft - eine Arbeitsgruppe befasste sich mit dem gesellschaftlichen Wandel durch technische Entwicklung und Verschiebung der sozialen Strukturen.

Die Schere zwischen Arm und Reich, Onlinern und Nonlinern und die soziale Sprengkraft solcher Prozess - eine völlig neue Struktur wird diese Gesellschaft neu definieren.

Das Aus für die Massenwirtschaft, die Beseitigung von Informations-Asymmetrien und neue Geschäftsmodelle verändern die Wirtschaft, die Produktion, die Arbeit.

Ausführliche Informationen zu diesen Themen finden Sie hier.

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Schlagzeilen eines Tages - Bundespräsident dankt ab

FR: Fahnenflucht
Bild: Horst … weg!
FTD: Fahnenflüchtig
Zeit: Ein Mann sagt Nein
TAZ: Da geht noch mehr!
SZ: Horst Köhler tritt zruück
BZ: Köhler läßt Merkel im Stich
Handelsblatt: Der tragische Präsident
Junge Welt: Horst Köhler will nicht mehr
Welt Kompakt: Köhler vermisst Respekt
MOPO: “Bundes-Horst” macht die Biege!
Hamburger Abendblatt: Horst Köhler wirft hin
Tagesspiegel: Köhler: Kein Respekt vor dem Amt
Bergedorfer Zeitung: Staunen und Bedauern - Köhler schockt Deustchland
Lübecker Nachrichten: Deutschland rätselt über Köhlers bitteren Abschied

Erst Lena - nun Horst!

Eine euphorische Welle und Lena-Fieber schüttelte ganz Deutschland in den letzten Tagen. Für manchen unerträglich, der Rummel um eine sympathische junge Frau, die bei der Ausbildung ihrer Stimme noch Einiges zu tun hat. Es sei ihr gegönnt und ganz Deutschland hatte nach langer Zeit, diversen Krisen und einem Berg Nullen (inkl. Minuszeichen) auf dem Bundeskonto mal wieder etwas Positives. Die Teutonen im Jammertal genossen die Aufmerksamkeit der Welt.

Heute Morgen geisterte durch das Netz die sicherlich spaßig gemeinte Variante: Lena for President! Raab feierte seinen vervielfachten Wetteinsatz und sonst schien es ein normaler Tag zu werden in Deutschland. Früher Nachmittag, durchgezappt an der Röhre, Schreckstarre, Haare raufen. Auf allen Kanälen die Eilmeldung, Bilder, Filmschnipsel und ernst dreinblickende Kommentatoren. Angeblich sei die heftige Kritik an einer Äußerung, deren Inhalt missverstanden worden ist, der Grund für den Rücktritt, so der Bundespräsident in seiner emotionalen Ansprache. Der mangelnde Respekt dem Amt gegenüber, so Köhler.

Köhler: Ich bin dann mal weg … Köhler: Ich bin dann mal weg … (Foto: T.K. Hamburg)

Nun ist es sicherlich bedenklich, wenn Äußerungen missverstanden werden und daraus eine Medienkampagne zu werden droht. Doch darf man fragen: Hätte er - Kraft seines Amtes - nicht auch verbal zurückschlagen können? Ist der Grund nur ein vorgeschobener? Fühlt er sich von Lena hintergangen? Die nächsten Tage sind programmiert: Ernste Gesichter, die mit trauriger Stimme heuchlerisch sein Werk loben, seinen Rücktritt bedauern. Oder diesem sogar Respekt zeugen. (Kann man einem Rücktritt Respekt zollen??) Die Personalschlacht ist eröffnet, natürlich hinter dicken Türen und abseits der Öffentlichkeit. Es geht ja auch nicht um ein öffentliches Amt, sondern einen Posten, für den der Inhaber Mehrheiten haben muss. Das sind aber nicht seine (direkten) Wähler, sondern eben diese ernsten Gesichter mit dem richtigen kleinen Büchlein in der Tasche.

Medienpreis des Reservistenverbandes ausgeschrieben

Bonn – Unter dem Motto „Demokratie muss wehrhaft sein“ schreibt der Reservistenverband seinen diesjährigen Medienpreis „Goldener Igel“ aus. Bereits zum achten Mal wählt eine Fachjury Beiträge aus Print, Hörfunk und Fernsehen rund um das Themengebiet Bundeswehr oder Reservisten aus, die neben sorgfältiger Deutung von Fakten rund ums Thema auch in Sprache, Stil und Allgemeinverständlichkeit preiswürdig sind.

Der Reservistenverband lobt Preise in Höhe von insgesamt 6.000 Euro aus. Bewerben können sich die Journalisten selbst oder ein Beitrag kann als Empfehlung eingereicht werden. Die Beiträge müssen zwischen September 2008 und dem 30. Juli 2010 in einem Medium veröffentlicht worden sein. Einsendeschluss ist der 31. Juli dieses Jahres.

Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. (VdRBw) – kurz Reservistenverband – hat zurzeit mehr als 123.000 Mitglieder. Er betreut im Auftrag der Bundeswehr alle Reservisten Deutschlands. Der Verband versteht sich als Mittler verteidigungs- und sicherheitspolitischer Themen in der Gesellschaft. Er feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Der Medienpreis wird im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten im Herbst in Berlin verliehen.

Weitere Infos zum Medienpreis: Ausschreibung Goldener Igel 2010 als PDF

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Deutschland feiert den 100. Geburtstag der STVO

Hamburg: - Wenn das Kraftfahrzeug bei Straßenbenutzung den Einfädelungsstreifen oder das Straßenbegleitgrün zum Liegenbleiben widerrechtlich benutzt, ist das ein Fall für die Polizei - oder für die Verordnung über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen. Sie regelt seit dem 03.02.1910 das ordnungsgemäße Benutzen der Fahrbahn. Heute ist sie besser bekannt als STVO.

Jeder Fahrschüler paukt seit 100 Jahren das Regelwerk, ohne dessen Beachtung die derzeit 55 Millionen Fahrzeuge auf bundesdeutschen Straßen nicht so einträchtig von A nach B fahren könnten. Das Kraftfahrtbundesamt (kba.de) berichtet von einer hohen Quote der “Durchfaller”. Jeder Vierte versagt in Theorie und / oder Praxis einer Fahrprüfung bundesweit. Hand auf´s Herz: Könnten Sie heute noch problemlos gängige Regeln herbeten? Sicher nicht. Der Durchschnittsstraßenbenutzer fährt mit jahrelanger Praxis - und nach Gefühl. Die STVO ist uns in Fleisch und Blut übergegangen.

 Raserei im Straßenverkehr Raserei im Strassenverkehr. Foto: Tom T. Köhler

Des Deutschen liebstes Kind, der Personenkraftwagen, macht immerhin einen Anteil von 83 Prozent aller Kraftfahrzeuge aus. Die Kraftfahrzeugführer derselben sollten also ein wenig innehalten und dem Regelwerk, welches sie jeden Tag begleitet, die Ehre erweisen. Und vor allem sollten sie die Grundregeln beherzigen. Sie wissen doch: §1 Abs.1 Satz1 und §1 Abs.2 Satz 1 STVO. Kennen Sie nicht? Hier die Übersetzung: Entspannen Sie sich und lassen Sie den Raseteufel rasen. Es ist sein Baum. Sie kommen hoffentlich gesund und munter an ihr Ziel!

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