Archiv der Kategorie Kommentare Redaktion (D)

Deutschland feiert den 100. Geburtstag der STVO

Hamburg: - Wenn das Kraftfahrzeug bei Straßenbenutzung den Einfädelungsstreifen oder das Straßenbegleitgrün zum Liegenbleiben widerrechtlich benutzt, ist das ein Fall für die Polizei - oder für die Verordnung über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen. Sie regelt seit dem 03.02.1910 das ordnungsgemäße Benutzen der Fahrbahn. Heute ist sie besser bekannt als STVO.

Jeder Fahrschüler paukt seit 100 Jahren das Regelwerk, ohne dessen Beachtung die derzeit 55 Millionen Fahrzeuge auf bundesdeutschen Straßen nicht so einträchtig von A nach B fahren könnten. Das Kraftfahrtbundesamt (kba.de) berichtet von einer hohen Quote der “Durchfaller”. Jeder Vierte versagt in Theorie und / oder Praxis einer Fahrprüfung bundesweit. Hand auf´s Herz: Könnten Sie heute noch problemlos gängige Regeln herbeten? Sicher nicht. Der Durchschnittsstraßenbenutzer fährt mit jahrelanger Praxis - und nach Gefühl. Die STVO ist uns in Fleisch und Blut übergegangen.

 Raserei im Straßenverkehr Raserei im Strassenverkehr. Foto: Tom T. Köhler

Des Deutschen liebstes Kind, der Personenkraftwagen, macht immerhin einen Anteil von 83 Prozent aller Kraftfahrzeuge aus. Die Kraftfahrzeugführer derselben sollten also ein wenig innehalten und dem Regelwerk, welches sie jeden Tag begleitet, die Ehre erweisen. Und vor allem sollten sie die Grundregeln beherzigen. Sie wissen doch: §1 Abs.1 Satz1 und §1 Abs.2 Satz 1 STVO. Kennen Sie nicht? Hier die Übersetzung: Entspannen Sie sich und lassen Sie den Raseteufel rasen. Es ist sein Baum. Sie kommen hoffentlich gesund und munter an ihr Ziel!

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Enteignung, ein Geschenk

Symbolfoto: Die HRE hat kein Geld zu verteilen. Fotograf: Thomas Köhler, Hamburg Symbolfoto: Die HRE hat kein Geld mehr zu verteilen. (Tom Köhler)

Zur Enteigung der HRE-Aktionäre am heutigen Montag, ein Kommentar von Detlef Struckhof:

Die letzten Aktionäre der Hypo Real Estate (HRE) haben ihre Anteile an den Bund verloren. Sie sind heute zwangsenteignet worden. 1,30 Euro zahlt die Bundesrepublik Deutschland für jede Aktie. Die Aktionäre protestieren, wollen sich wehren. Sie hatten vielfach 30 Euro und mehr bezahlt. Das bedeutet für sie einen fast Totalverlust. Ist das gerecht?

Ja. Es ist deshalb gerecht, weil ein Firmeninhaber immer mit einem Totalverlust rechnen muss. Aktionäre sind nichts anderes als Firmeninhaber. Wenn ihre Firma schlecht wirtschaftet, tragen die Aktionäre als Inhaber den Verlust. Das ist Grundwissen der neunten Klasse im Fach Wirtschaftslehre.

Jetzt schimpfen die Firmeninhaber auf den Staat. Sie vergessen, dass das von ihnen gewählte Kontrollgremium, der Aufsichtsrat, versagt hat. Sie vergessen, dass sie als Aktionäre besser gestellt sind, als der selbstständige Bäckermeister an der Straßenecke. Die Aktionäre haften maximal mit ihrer Einlage, ihrer Investition, der Bäckermeister mit seinem gesamten Vermögen für den Rest seines Lebens.

Dass die HRE-Aktionäre überhaupt noch Geld bekommen, sollten sie als Geschenk nehmen. Denn wäre die HRE bankrott gegangen, wären die Papieranteilscheine null Cent wert gewesen. Ein weiterer Trost für die Aktionäre: In den vergangenen Jahren haben sie satte Dividenden auf die Risikogeschäfte der HRE kassiert. Diese eingerechnet, machen den Wertverfall erst recht verschmerzbar. Es gibt keinen Grund zum Jammern.

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Plakataussagen der Linken nur Ironie?

Wahlplakataussagen der Partei Die Linke. Lafontaine spricht von Ironie. Foto: Wahlplakate der Linken. Lafontaine spricht von Ironie. (dest)

Elmshorn – Oskar Lafontaine spricht über die Plakatkampagne seiner Partei Die Linke von Ironie. Nach einem Wahlkampfauftritt in Elmshorn am heutigen Sonnabend sagte er: „Das ist eine Ironie. Reichtum für alle soll heißen: Alle sollen am wachsenden Wohlstand beteiligt werden.“

Interviewfrage, gestellt von Detlef Struckhof: 090912_Lafontaine_mp3_dest

Oskar Lafontaine in Elmshorn am Rednerpult. Foto: Oskar Lafontaine spricht zu Elmshornern. (dest)

Können die Wähler jetzt etwa nicht sicher sein, ob die plakativen Wahlaussagen „Reichtum für alle!“ und „Reichtum besteuern!“ überhaupt ernst gemeint sind? Will Die Linke in Wirklichkeit vielleicht das Gegenteil erreichen, wenn Lafontaine meint, was er sagte? Denn Ironie bedeutet laut Fremdwörterlexikon „mit einem hinter Ernst versteckten Spott, das Gegenteil von dem auszudrücken, was man meint.“ Mit seiner knappen Aussage beantwortete Lafontaine die Frage nach dem Widerspruch der beiden Plakataussagen und entschwand.

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