Archiv der Kategorie Europa

2bAHEAD Zukunftskongress

Gibt es etwas aufregenderes, als einen Blick in die Zukunft zu werfen? Ermöglicht wurde dies, als sich Denker und Lenker aus Europa zum inzwischen neunten Zukunftskongress vom 15. - 16.6. 2010 auf Schloss Oelber bei Salzgitter versammelten.

Brisante Themen

Mediale Heimaten, Kompensation von Krisen und Normenzukunft - eine Arbeitsgruppe befasste sich mit dem gesellschaftlichen Wandel durch technische Entwicklung und Verschiebung der sozialen Strukturen.

Die Schere zwischen Arm und Reich, Onlinern und Nonlinern und die soziale Sprengkraft solcher Prozess - eine völlig neue Struktur wird diese Gesellschaft neu definieren.

Das Aus für die Massenwirtschaft, die Beseitigung von Informations-Asymmetrien und neue Geschäftsmodelle verändern die Wirtschaft, die Produktion, die Arbeit.

Ausführliche Informationen zu diesen Themen finden Sie hier.

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Ist ein Frieden in Nahost möglich?

Hamburg - Seit sechzig Jahren ist der Nahe Osten ein Kriegsgebiet. Israel und die arabische Welt können sich nicht auf einen Frieden einigen - oder doch? Diese Frage stellte am 7.4.2010 die Körber-Stiftung in Hamburg Avi Primor, von 1993 bis 1999 Botschafter Israels in Deutschland.

Frieden in Nahost ist möglich (c) Tom Köhler Themenplakat (Foto: Tom Köhler, Hamburg)

Machbarer Frieden

“Die Gemüter sind heute so reif für einen Frieden, wie nie zuvor.” und “Die Mehrheit der Israelis wünscht sich eine Trennung vom Westjordanland.” Dazu, so der ehemalige Botschafter, bedarf es der Unterstützung Europas. Unter Führung der Deutschen oder der Franzosen, so Primor, können Friedenstruppen helfen. Sie sorgen nach einem Abzug der israelischen Kräfte in den palästinensischen Gebieten für Sicherheit. Das wären ein Schritt zu einer friedlichen Lösung des Konfliktes. Derzeit herrsche immer noch ein Gleichgewicht des Terrors. Unter europäischer Führung stellt sich Primor sogar vor, dass muslimische Truppen für die Sicherheit in den geräumten Gebieten sorgen könnten. “Warum nicht türkische, marokkanische oder indonesische Truppen?” Klare Worte und für Einige im Saal eine neue Erkenntnis. Avi Primor kommt zur Sache, redet nicht um das Thema herum.

Neuer Realismus

Das langjährige strategische Denken der arabischen Welt, Israel vernichten zu können, weicht einer neuen Erkenntnis. Die Unmöglichkeit des Planes zwingt zum Umdenken. Es gehe jetzt um die Bedingungen für einen Frieden, die “nur” noch ausgehandelt werden müssen. Es zeigt sich ein neuer Realismus, der akzeptiert, dass ein amerikanisch protegiertes Israel ein Fakt ist. Wichtig dafür sei, einen Frieden mit Syrien zu schließen. Dieser ziehe den Frieden mit den arabischen Nachbarn nach sich. Die Syrier, Unterstützer der Hamas und der Hisbollah, sind ein wichtiger Faktor in den Friedensbemühungen. Das Pulverfass Naher Osten kann seinen Frieden finden, beteiligen sich alle Anrainer an dem Prozess. Ausdrücklich erwähnte Avi Primor auch den Iran, der mit seiner Politik zurzeit nicht gerade ein Garant für eine positive Entwicklung sei.

Avi Primor zu Gast in Hamburg, (c) Tom Köhler Avi Primor imGespräch (Foto: Tom Köhler, Hamburg)

Wirtschaftliche Entwicklung

Die Besatzungsgebiete selbst sorgen allerdings auch für Handlungsbedarf. Man bemühe sich, so Primor, die wirtschaftliche Lage der Palästinenser zu verbessern. Doch verhindern gleichzeitig ungezählte Straßensperren, die dem Schutz der jüdischen Siedlungen dienen, eine kontinuierliche Entwicklung. Ohne Räumung der Gebiete gibt es also keine wirtschaftliche Entwicklung - und diese bedingt eine umfassende politische Lösung.

Recht auf Würde

“Man muss den Palästinensern ihre Würde wiedergeben!” so Primor unter Beifall im Saal. Es bedarf einer Normalisierung des Lebens, der Beziehungen der beiden Kontrahenten. Ein Ende der Besatzung bedeute eine Zweistaatenlösung. Eine Annektion ist nicht machbar, der Grund dafür ist ein demografischer: 45% der Bewohner Israels wären dann Palästinenser, die sich durch die normale Geburtenrate schnell zur Mehrheit im Land entwickeln würden.

Körber-Stiftung, Hamburg (c) Tom Köhler Körber-Stiftung Hamburg (Foto: Tom Köhler, Hamburg)

Nötige Nachfragen

Deutschland muss Obama stärken, so die Unterzeile des Buches vom Primor. Im selben Atemzug allerdings Primor wörtlich: “Wir sind hundertprozentig abhängig von Amerika!” Trotz der Nachfragen seitens des einfühlsamen Roger de Wecks, der durch den Abend führte, wurde leider keine umfassende Antwort zu diesem Konflikt gegeben. Die gibt hoffentlich das Buch. Im Rahmen der Essay-Reihe STANDPUNKTE der Körber-Stiftung erschien ein Band mit den Gedanken Avi Primors zum Thema.

Souveräner Gast

Die zahlreichen Gäste des Abends waren Ausdruck des immensen Interesses am Thema. Souverän, überlegt, kritisch und humorvoll, so schilderten Gäste nach der Veranstaltung den ehemaligen Botschafter Israels. Es gelingt nicht vielen, dieses Thema so ruhig zu erörtern. Avi Primor stand Rede und Antwort. Auch nach der Veranstaltung war er noch lange am Signiertisch im Gespräch mit Gästen.

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Europäischer Preis für junge Journalisten 2010

Brüssel – Die Generaldirektion Erweiterung der Europäischen Kommission lobt bereits zum dritten Mal den Europäischen Preis für junge Journalisten aus. Der Wettbewerb läuft noch bis zum 28. Februar 2010. In den Kategorien Print, Online und Hörfunk können die Nachwuchsjournalisten Beiträge zum Thema EU-Erweiterung oder zum Thema Zukunftsvision für Europa einreichen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen zwischen 17 bis 35 Jahren alt sein und aus einem EU-Mitgliedstaat, einem Kandidaten- bzw.  potenziellem Kandidatenland oder Island stammen. Die 36 nationalen Gewinner werden jeweils von einer offiziellen Jury des entsprechenden Teilnehmerlandes gewählt. Unter diesen Gewinnern wird eine europäische Jury anschließend die drei besten Beiträge in folgenden Kategorien auswählen: „Originellster Beitrag“, „Beste Recherche“ und „Bester journalistischer Stil“.

Die Gewinner dieser drei Ehrenpreise werden jeweils mit einer Kulturreise in eine europäische Hauptstadt ihrer Wahl belohnt. Darüber hinaus gewinnen alle 36 nationalen Preisträgerinnen und Preisträger im Mai 2010 eine Reise nach Istanbul, eine der europäischen Kulturhauptstädte 2010. Den Abschluss dieser Reise bildet eine Konferenz über die europäische Kultur und Identität sowie die EU-Erweiterung mit namhaften Experten. Nähere Informationen über die Teilnahme am Wettbewerb erhalten Sie hier

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