Archiv der Kategorie Wirtschaft (EU)

Die Rolle Deutschlands in einer sich wandelnden Weltwirtschaft

Im Forum Bundesbank der Niederlassung Hamburg stand der Jahresauftakt der Veranstaltungen am 16.01.2012 unter diesem Thema. Enormes Interesse durch die Hamburger bestätigte die Organisatoren in der Fortsetzung der erfolgreichen Reihe.

Am 01.01.2012 gab es ein Jubiläum: 10 Jahre Euro-Bargeld. (Einen Link dazu finden Sie hier.) Ganze 71500 Tonnen Euro-Münzen wurden seit dem in Umlauf gebracht. Die Menge der Banknoten stieg von damals 200 auf über 800 Milliarden Euro. Doch Geld ist nicht alles. Wo steht Deutschland heute im größten Wirtschaftsraum der Welt? Wohin geht die Reise des Euros? Antworten darauf gab ein profunder Kenner der Materie: Carl-Ludwig Thiele, seit Mai 2010 Mitglied des Vorstandes der Bundesbank und zuständig für die Bereiche Bargeld sowie Zahlungsverkehr und Abwicklungssysteme. In seinem Vortrag erlaubte er einen Blick in die Arbeit der Bundesbank und schilderte seine Sicht auf die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands und Europas.

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Lassen Sie sich nicht schlecht reden!

Deutschland stellt ein Prozent der Weltbevölkerung, ist jedoch viertstärkste Wirtschaft der Welt – und sie wächst weiter. Doch leider, so Thiele, „können wir uns über uns selbst gar nicht freuen“. Mehr Mut, optimistisch sein und eine bessere Selbstwahrnehmung fordert Thiele. Aus Kris(ch)en wird in Deutschland schnell eine langandauernde Rezession – so scheint es, betrachtet der interessierte Bürger die Medien. Das beklagt auch der Vorstand der Bundesbank. „Wir nehmen nicht wahr, wer wir sind und wofür wir stehen!“ Dazu kommt, dass Deutschland in der EU 27 (derzeitige Mitgliedsstaaten) im größten Wirtschaftsraum der Welt agiert. Bei allem Blick gen Osten in die aufstrebenden Wirtschaftsnationen, wie China als auch über den großen Teich zu den USA, wird die Kraft und Größe der EU 27 gern übersehen. Damit soll der Ernst der Lage nicht kleingeredet werden. Sicher gibt es europaweit politischen und wirtschaftlichen Handlungsbedarf. Doch mediales „bad news are good news“ dient dem nicht, so Thiele.

Forum Bundesbank Hamburg Carl-Ludwig Thiele Carl-Ludwig Thiele, Deutsche Bundesbank

Rückblick und Ausblick

Einbrüche im Wachstum der Wirtschaft haben stets unmittelbare Folgen. In 2009 schrumpfte das Wachstum um 5 Prozent, einzelne Branchen und Regionen erfuhren aber durch die Krise Einbrüche von bis zu 90 Prozent. Es sah zu dem Zeitpunkt nicht danach aus, dass Besserung in Sicht ist. Thiele dazu: „Auch ich kann keine Vorhersagen machen. Wir wissen am Anfang eines Jahres nicht, wie es sich entwickelt. Aus einem schlechten Start eine düstere Prognose zu erstellen, ist aber nicht richtig.“ Sein optimistischer Blick auf die Dinge lässt auch das Publikum aufmerksam zuhören. Das nunmehr vierte Jahr der Krise, ein stetig steigender Schuldenberg – da vergeht auch dem besten Optimisten das Lachen. Doch gibt es auch andere Zahlen. Innerhalb von 12 Monaten sank die Staatsverschuldung Deutschlands von über 83 auf 79 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Ein erneutes Wachstum trotz moderater Inflation lässt den Einbruch langsam hinter sich. Thieles Meinung dazu: „Es gibt ein Auseinanderdriften von Meinung und Lage!“ Eine Stimmung, die erzeugt und befeuert wird, kann sich zu einer selbstverstärkenden Abwärtsspirale entwickeln. Ein klarer Blick auf die realen Entwicklungen und Vergleiche mit anderen Wirtschaftsräumen / -nationen spricht für seine positive Sicht.

Euro-Schein Quelle: Deutsche Bundesbank

Guter Euro – Schlechter Euro?

Der Euro ist inzwischen zu einer Welt-Reservewährung geworden. In unsicheren Zeiten flüchten Anleger nicht nur in Gold oder Immobilien. Mit den USA und ihrem Dollar halten die Europäer zusammen 90 Prozent der Reserve bei Anlegern. Erst danach kommen abgeschlagen Pfund und Yen. Zu seinem zehnten Geburtstag (als Bargeld) ist der Euro preisstabil und interessant für Anleger. Doch an einer gedeihlichen Entwicklung sind noch mehr Faktoren beteiligt. Banken, so Thiele, brauchen umgehend eine höhere Kapitalisierung, um Ansteckungseffekte a la Lehman Brothers zu vermeiden. Für einen stabilen Euro bedarf es tragfähiger Staatshaushalte. Wenn Stabilitätspakte aufgeweicht oder von Sanktionen entbunden werden, sind die nutzlos. Disziplin, strikte Auflagen und automatische Strafen sind notwendig.

Besucher Forum Bundesbank Besucher Forum Bundesbank (alle Fotos: Tom Köhler, Hamburg)

Spannende Fragerunde

Zum Ende des Vortrages gab es für die zahlreichen Besucher die Möglichkeit, Antworten aus berufenem Mund zu bekommen. Fragen, die das überwiegend ältere Publikum bewegten: Was wird aus Griechenland? Ist eine Ausweitung des Rettungsfonds sinnvoll? Gibt es in zehn Jahren den Euro noch?  Carl-Ludwig Thiele war bei keiner Frage verlegen. Rettungsfonds kaufen nur Zeit, kein Vertrauen. Doch dieses, so Thiele, ist zwingend notwendig, um die Märkte zu beruhigen. Griechenland hat mit kreativer Buchführung seinen Beitritt zur Eurozone herbeigeführt. Die Griechen sehen es natürlich anders. Doch ihre Politik und das Steuerwesen haben zum Dilemma geführt. Eine Schuldenbremse gab es nicht. Einzige Exportgüter, so scheint es, sind Oliven und Tourismus. Ein Schuldenschnitt wird kommen, ob er das Land damit weiter im Euro hält, ist fraglich. Natürlich wird es den Euro in zehn Jahren noch geben. Eine negative Antwort wäre nach diesem Vortrag auch nicht von Thiele zu erwarten gewesen. Die Aufgaben der Bundesbank als Hüterin der Währung vertritt er in seinem Ressort ebenfalls. Sein Credo: Solidität geht vor Solidarität. Es bleibt also interessant im Forum Bundesbank Hamburg. Die nächste Veranstaltung ist am 12.03.2012 zum Thema der Stabilität des europäischen Finanzsystems.

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Schuldenbremse in Deutschland: Staatsfinanzen unter Kontrolle?

In der Hamburger Niederlassung der Deutschen Bundesbank fand am 05.12.11 die letzte Veranstaltung des Jahres statt. Das Thema sorgte für reichlichen Zulauf interessierter Hamburger. Die hielten der Reihe „Forum Bundesbank“ über Monate die Treue. Sehr zufrieden waren damit Organisatoren und Referenten. Der Erfolg: Die Reihe wird 2012 fortgesetzt.

Altes Geld? Eine Frage des Geldes

Deutschland – eine Insel der Seligen?

Dr. Jürgen Hamker, in der Zentrale der Bundesbank im Bereich Volkswirtschaft zuständig für den Bereich „Öffentliche Verschuldung“ benutzte das Sinnbild. Doch mit der Seligkeit wird es bald vorbei sein. „Die Schuldenlast ist für Deutschland auf Dauer nicht mehr tragbar!“, so Hamker. Das weiß inzwischen auch der gepflegte Stammtisch. Doch mit welchen Mitteln soll der ausufernden Verschuldung begegnet werden? Wie viel ist denn noch drin im Staatssäckel für Eurohilfen, Rettungsschirme und Co.? Im Monatsbericht Oktober der Bundesbank wird ausführlich dazu Stellung genommen. Laden Sie ihn hier herunter.
Vorbelastungen sorgen für Verunsicherung. Denn nicht nur das Vertrauen in die Kapitalmärkte sinkt, sondern auch in die Leistungsfähigkeit des Staates. Belastungen der Sozialsysteme ziehen Leistungskürzungen nach sich. Doch ohne den Bürger, so Hamker, sind Maßnahmen zu Konsolidierung des Haushaltes nicht zu machen. Diese müssen Entscheidungen dazu voll unterstützen. Anders geht es aus, wenn dem Staat die Referenz entzogen wird. Bestes Beispiel Griechenland. Dort gingen die mehr als verunsicherten Bürger des Landes zuhauf auf die Straße. Ein Generalstreik jagte den Nächsten.

Was tun?

Die Möglichkeiten der Begrenzung ausufernder Verschuldung wären Zinsaufschläge oder ein Vertrauen auf den Marktmechanismus. Leider greifen diese Maßnahmen mit starker zeitlicher Verzögerung. Besser, so Hamker, ist ein frühzeitiges Erkennen UND Handeln. Diese Kritik richtete sich auch direkt an die griechischen Kollegen. Bisherige Regeln haben stets einen geringen Abschreckungsgrad gehabt. Geplante Verschärfungen wurden unterbunden. Defizite wurden „gestaltet“ (Griechenland). Zahlreiche Ausnahmeregeln sorgten für Schlupflöcher und Hintertüren.
Deutsche Politiker arbeiteten mehrere Jahre an einer Bremse für die weitere Verschuldung. Also die neue Aufnahme weiterer Kredite über die derzeitig schon Laufenden hinaus. In Artikel 109 des Grundgesetzes schrieben sie den Plan zur Konsolidierung fest. Der Einstieg erfolgte mit dem Haushalt 2011. Voll greifen soll die Schuldenbremse mit dem Haushalt 2016. Doch in den fünf Jahren fließt viel Wasser die Elbe hinab. Bei derzeitigen Turbulenzen auf dem Finanzmarkt und dem tiefgreifenden Wandel der Weltwirtschaft ist eine Vorausschau schwer. Allein die Belastungen durch Euro-Rettungsschirm und Bankenrettung führten schon zu einer Schieflage des Haushaltes.
Dr. Hamker, Deutsche Bundesbank Dr. Hamker, Deutsche Bundesbank


Realität bestätigt Planungen

Zeitgleich mit dem Vortrag in Hamburg trafen sich auf dem deutsch-französischen Gipfel Bundeskanzlerin Merkel und Staatschef Sarkozi. Mit ihren Forderungen nach automatischen Sanktionen und einer Schuldenbremse für alle (europäischen Staaten) bestätigten sie die grundsätzlichen Überlegungen der Bundesbank. Die Ratingagentur Standard&Poors kündigte an, nicht nur Deutschland, sondern alle weiteren (noch gut bewerteten) Euroländer eine weniger gute Aussicht zu bescheinigen. Eine Herabstufung in voller Absicht, und nicht aus Versehen (wie mit Frankreich geschehen). Die Aufgaben für alle Staaten sind die gleichen. Ohne einen Stop der weiteren Staatsverschuldung wird der Markt seine Wirkung entfalten. Über Zinsen für Kredite. Und das bekommt auf Dauer auch der deutschen Wirtschaft nicht.

Staatsverschuldung Deutschland Staatsverschuldung Deutschland (Alle Fotos: Tom Köhler, Hamburg)

Bleiben Sie neugierig!

Am 16.01.2012 ist der Auftakt des „Forum Bundesbank“ im zweiten Jahr der Veranstaltungsreihe. Das Thema wird sicherlich wieder für regen Zuspruch durch interessierte Hamburger und Gäste sorgen: Die Rolle Deutschlands in einer sich wandelnden Weltwirtschaft. Spannende Themen, von kundigen Referenten aufbereitet, werden die Besucher in eine sonst verschlossene Welt der Wirtschaft führen.

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Finanzplatz Hamburg: Occupy, Börsentag, Regionalwährung

Hamburg - Ein Thema, drei Antworten: Wie geht es weiter mit der Weltwirtschaft, den Finanzen? Der 16. Hamburger Börsentag, traf auf Menschen der Occupy-Bewegung, die es nicht mehr länger hinnehmen wollen, dass „Bankster“ Milliarden verheizen. Gleichzeitig hat eine Hamburger Regionalwährung den Startschuss für ein anderes finanzielles Miteinander gelegt.

Über den großen Teich

Menschen in Amerika, die ein gänzlich anderes Sozialsystem als Deutsche haben, leben eher nach dem Motto „Machen!“. Der amerikanische Weg der persönlichen und wirtschaftlichen Entwicklung unterscheidet sich vom organisierten Leben mitten in Europa. Trotz einer hohen Toleranz bei sozialen Unterschieden – toll, der hat es geschafft – war auch bei den Amerikanern vor Kurzem Schluss mit lustig. Banker frönten dem Zins, verjubelten Millionen und Milliarden. Das brachte immer mehr Menschen auf die Straße: Occupy Wallstreet! Mit diesem Schlachtruf ging es gegen selbstgefällige, scheinbar unantastbare Manager und Geldhäuser. Ein Funke, der schnell auch auf Europa übersprang. Auch in Hamburg demonstrierten aufgebrachte Bürger gegen die Allmacht der Banken und ihrer Führungskräfte. Eine Diskussion ist im Gang, die vor wenigen Monaten so noch nicht denkbar war.

Occupy Bewegung Hamburg Occupy Hamburg

Der 16. Hamburger Börsentag

In der ehrwürdigen Hamburger Handelskammer trafen sich wieder einmal Handelshäuser, Banken und Anlage-Experten: Hochglanz, Messeflair, Nadelstreifen. Draußen die Demonstranten, die mit Schaden aus einer Anlage herausgegangen sind, mit schlechter Beratung, Lehman-Opfer. Doch dies ficht die Vertreter der Finanzwelt nicht an. Es wird angeboten, gelobt, gezockt, als gäbe es keine Finanzkrise und kein Griechenland. Im Saal eine Welt in dieser Welt. Zwischen Graphen und Zahlenreihen lebt es sich gut, ist das nötige Kleingeld und das Wissen um Put und Call reichlich vorhanden. Doch gearbeitet wird mit einem nichtdinglichen Wert. Geld ist digital, maximal ein Stück bedrucktes Papier. Der „Wert“ entsteht durch Spekulation auf steigende oder fallende Kurse, Zinsen, Optionen.

16. Boersentag Hamburg 16. Hamburger Börsentag


Hamburger Regionalwährung: Der Hummel

Eine kleine Schar versucht, eine andere Antwort auf brennende Themen dieser Tage zu geben. Mit der ersten Sitzung des Vorstandes von „Der Hummel e.V.“ beginnt am 05.11.11 ein neues Zeitalter für die Metropolregion Hamburg. Der Hummel ist die Regionalwährung, mit der Verbraucher regional einkaufen und Unternehmen und Dienstleister regional verkaufen können. Die Reichweite des neuen Geldes ist geografisch begrenzt. Der Vorteil: Es kann nicht abwandern. Der Kreislauf ist geschlossen. Eine Anlage lohnt sich nicht, da dieses Regio-Geld mit der Zeit an Wert verliert. Doch ist es mehr, als nur Zahlungsmittel. Ein kleiner Teil des getätigten Umsatzes wird gemeinnützigen Zwecken zur Verfügung gestellt. Der Wert des Geldes findet eine reale Umsetzung, da wo es gebraucht wird. Der Verbraucher unterstützt damit seinen Verein, seinen Kindergarten oder eine Organisation. Unternehmen signalisieren: Wir sind aus der Region, bieten hier an und kaufen hier unsere Waren ein. Eine Stärkung der regionalen Wirtschaft und Lieferanten. Dieses Geld gibt es als digitales via EC-Karte und natürlich auch in einer Papierform. Vorn ist der Wert aufgedruckt, auf der Rückseite können Unternehmen werben. Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Regiogeld Der Hummel Webseite Der-Hummel.info

Der selbstbewusste Bürger

In der Politik spielt sich völlig neues ab. Parteien zersplittern, Wähler wandern, neue Gruppierungen entstehen. Interessen des Volkes nimmt das Volk nun in die eigenen Hände, den „denen da oben“ traut so recht keiner mehr über den Weg. Kein Wunder, dass Piraten von sich reden machen. Ein neues Selbstbewusstsein wird auch durch die neuen Medien gefördert. Die Organisation von Menschen per Internet, die Artikulation der eigenen Meinung geht rasant und direkt. Occupy ist Ausdruck des Unmutes vieler Bürger. Und es ist ein Signal an Politik und Wirtschaft: Wir lassen uns nicht länger für doof erklären. Achtung, denkender Bürger! Und wenn es gelingt, auch eine nachhaltige Wirtschaft, ein regionales, vor dem Crash sicheres Geldsystem zu etablieren, können sich Lehman und Co. warm anziehen.

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ISO 26000 - eine Norm für gutes Handeln?

Zehn Jahre Entwicklungszeit, 99 Mitgliedsländer der ISO, dabei 69 Entwicklungs- und Schwellenländer: Ergebnis ist ein Leitfaden für Unternehmen, Verbände, Organisationen und Behörden, um der sozialen und ökologischen Verantwortung gerecht zu werden.

In Fortsetzung einer Reihe zu Corporate Social Responsibility (CSR) lud die Hamburger Stiftung für Wirtschaftsethik am 29.09.11 ein, um mit Experten über eine ISO-Norm zu sprechen, deren Umsetzung die Welt verbessern kann. Ein guter Ansatz steht dem harten Denken vieler Unternehmen entgegen, deren Augenmerk auf günstigem Einkauf, niedrigen Löhnen und sattem Gewinn liegt. Kann es eine Norm für „gutes“ Handeln geben? Braucht es einer Zertifizierung, wenn Standards eingehalten werden sollen, die Voraussetzung für ein nachhaltiges Wirtschaften sind?

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Was ist die ISO 26000 und wo wirkt sie?

Sieben Prinzipien der sozialen Verantwortung gründen die Norm:
+ Rechenschaftspflicht,
+ Transparenz
+ Ethisches Verhalten
+ Die Beachtung der Bedürfnisse der Interessengruppen
+ Respekt für die Rechtsstaatlichkeit
+ Die Achtung der internationalen Normen des Verhaltens
+ Die Achtung der Menschenrechte
Ein glaubhaftes, transparentes Wirtschaften und Handeln gilt in allen Bereichen. In Prinzipien der Unternehmensführung, den Menschenrechten und Arbeitspraktiken, der Umwelt, den fairen Handlungsweisen, in Verbraucherfragen und in der Beteiligung an der Gemeinschaft und ihrer Weiterentwicklung.

stiftung wirtschaftsethik hamburg ISO 26000 auditorium Großes Interesse an der Veranstaltung der Stiftung

Westliche Ideen und weltweite Reaktion

Eine Idee aus dem Jahr 2001 fand in einer umfangreichen Norm ihren Platz, nach dem sich unzählige Treffen und Verhandlungen der Beteiligten über Jahre hinzogen. Trotz der hohen Zahl von Entwicklungs- und Schwellenländern waren, so Dr. Andrea Fluthwedel vom Deutschen Institut für Normung e.V., westliche Gruppen in der Überzahl. Nationale Regelungen machen in einer globalisierten Welt keinen Sinn. Verschiedene Sichtweisen mussten in Einklang gebracht werden. Diverse Kulturkreise zogen nach sich, dass ein Schriftstück entstand, in dem sich jeder wiederfindet. Drastischer drückte es Judith Vitt vom Bundesverband der Verbraucherzentralen aus: „Es schwurbelt sehr! Man muss zwischen den Zeilen lesen.“ Verwunderlich ist es nicht, sorgt doch eine weltweit anwendbare Norm für einen Kulturkampf der modernen Art. Probleme, die westliche Wohlstandsnationen haben, liegen weit entfernt von den bedrückenden Umständen, unter denen Tagelöhner für internationale Konzerne in Drittweltstaaten schuften. Inder und Chinesen waren gegen die Norm. Einmal, weil eine Zertifizierbarkeit für Unternehmen nicht gegeben ist. Damit entsteht kein Druck zur Anwendung. Zum Anderen, weil das indische Kastenwesen den (westlich geprägten) Gedanken der Norm nicht aufnehmen will. Die Norm bedingt einen Aufbruch des jahrhundertealten Staats- und Gesellschaftssystems.

stiftung wirtschaftsethik hamburg ISO 26000 experten Dr. Fluthwedel, Schollmeyer, Vitt und Moderator Ramthun

Es hätte viel schlimmer kommen können!

Das sagt Oliver Schollmeyer vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). „Corporate Social Responsibility wird schon praktiziert. Derzeit ist nichts geplant, da diese Norm nicht zertifizierbar ist“, so Schollmeyer. In einer (über)regulierten Welt sieht er keinen Bedarf, eine freiwillige Normierung umzusetzen. „Nur Zertifizierung baut Druck beim Lieferanten auf.“. In Judith Vitt hat er den Gegenpart des Abends gefunden. „Es geht nicht nur um den Produktbezug. Es geht um Vertrauen der Verbraucher in Produkte, in die Wirtschaft.“ Aus diesem Leitfaden soll etwas entstehen, was der CSR und dem Social Business zur Seite steht. Alle Bereiche der Gesellschaft sind von der ISO 26000 betroffen: Organisationen im öffentlichen oder gemeinnützigen Sektor, Unternehmen, Behörden, Verbände und Vereine. Schollmeyer: „ Es wird immer gesagt, das für den Verbraucher zu tun. Der denkt doch nur: Geiz ist geil! Er ist desinteressiert.“ Doch der Wirkungsradius der Norm ist umfassender. Ein gutes Beispiel ist die vermehrte Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen (NGOs)
Aus erbitterten Gegnern sind teilweise Partner geworden, die gemeinsam für ihre Interessen arbeiten.

Die Aussichten

Und Normer normen nicht für sich selbst, so Dr. Fluthwedel. Inzwischen haben die ISO-Mitarbeiter Kontakt mit Firmen, die auf eine zertifizierbare Norm drängen. Das Interesse ist groß. Neben dem Auf und Ab des Marktes haben auch gesellschaftliche Verwerfungen ihre Spuren in den Köpfen vieler Menschen hinterlassen. Ein „Weiter so!“ funktioniert nicht mehr. Endloses Wachstum ist eine Illusion. Wenn alle Gruppen der Gesellschaft eine Regelung finden, nachhaltiger, transparenter und ethischer miteinander umzugehen, dann ist die ISO 26000 ein Erfolg. Dass zwischen beschriebenem Papier und der Umsetzung oft Zeit vergeht, ist bekannt. Doch allein die weltweite Diskussion zu einem anderen, besseren Miteinander ist ein Zeichen, wie drängend die Probleme und wie groß das Interesse an den Lösungen ist.

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Überschuldung und Geldschwemme - Inflation als unvermeidbare Konsequenz

Eine Veranstaltung der Kapitalwerkstatt am 25.08.11 in Zusammenarbeit mit Honorarberatung select, der VSP AG (Finanzdienstleister) und Sachwertpartner (Immobilienexperten) im Hotel GEORGE, Hamburg-St. Georg.

Der schlechte Ruf der Finanzberater rührt oft aus dem Bemühen, Abschlüsse der Provision wegen zu erzielen. Die objektive Kundenberatung stand im Hintergrund. Statt dessen: Zeit und Wissen vergüten, unabhängig und fair beraten, keine versteckten Gebühren oder Provisionen - ein Modell, das in Deutschland Schule macht. Einer der Veranstalter, Daniel Schlingelhof aus Hamburg, hat dies erkannt und bietet eine transparente Honorar-Beratung zu Anlageprodukten an. Und gemessen an den Summen, die bei der Anlage benutzt werden oder entstehen, ist diese Beratung vergleichsweise günstig. Anlageberatung ist bitter nötig, gehen Deutschland und die Euro-Zone doch mit großen Schritten einer Rezession entgegen. Panik ist nicht angebracht, aber zügiges Handeln. Die Veranstaltung diente dem Zweck, Anleger für die kommenden Probleme zu sensibilisieren.

Schlechte und gute Nachrichten für Anleger

Bei der wirtschaftlichen und (zögerlichen) politischen Entwicklung, die derzeit zu verzeichnen ist, besteht die Gefahr einer länger dauernden, tiefgreifenden Rezession. “Der Euro wird 2012 nicht überleben!” so Hannes Zipfel von der VSP AG. “Doch, was kommt, wenn die D-Mark wieder Zahlungsmittel ist?” Eine Frage, die aufschreckt. Rezession, Inflation, Massenarbeitslosigkeit - Begriffe, die aus dem Wortschatz der Großeltern stammen. Die Generation Wohlstand der Neuzeit, konsumfreudig und (scheinbar) abgesichert unterwegs, kann mit diesen Begriffen nichts anfangen. Der aktuelle Bericht der GFK zum Konsumklima in Deutschland unterstreicht dies. Obwohl die Erwartungen an die Konjunktur gesunken sind, ist „die Konsumneigung der Deutschen trotz der aktuellen Krisenstimmung an den Finanzmärkten erstaunlich robust …“. Aber es zeigen sich schon laut GFK erste Tendenzen, „durch Kauf von werthaltigen Gütern einer instabilen Währung zuvorzukommen“. Die Gefahren und drastischen Konsequenzen werde aber, so Zipfel, die Gesellschaft in zwei Lager spalten. Die Eigentümer von Grundbesitz, Edelmetallen, Kunst und anderen dinglichen Werten überstehen die Zeit von 10-15 Jahren Rezession (Zipfel) mit dem Erhalt oder geringem Schwund an Werten. Anlagen in Rohstoffe sind derzeit der Renner auf dem Markt. Die Bank Goldman Sachs ist der zweitgrößte Lagerhausbetreiber der Welt. Doch liegen in den Speichern nicht Dollar und Gold, sondern Rohstoffe, die in riesigen Mengen eingekauft und gehortet werden. Die Menschen, die ihr Vermögen in Geld und Lebensversicherungen gesteckt haben, werden es verlieren. Sie und die Gruppe der Gesellschaft, die keine liquiden Mittel zur Anlage in sichere Werte hat, gehören zu den Verlierern.

 

Euro-Schein Bald Geld von gestern?

 

Angst ist kein guter Ratgeber

Das Vermögen sicher über die anstehenden wirtschaftlichen und politischen Zäsuren zu bringen, ist eine Aufgabe mit Anspruch. Die mangelnde politische Entscheidungsfähigkeit, das immer neue Befüllen eines Fasses ohne Boden und die Krise der EURO-Gemeinschaft sorgen für einen radikalen Umbruch. Griechenland hat den Anfang gemacht und trotz der Bemühungen der Euro-Länder ist der Abwärtstrend ungebrochen. “Das Geld für Griechenland sehen wir nie wieder! Siemens bekommt allein aus öffentlichen Aufträgen dort noch 7 Milliarden. Woher?” Als weiteres Beispiel führte Zipfel Weißrussland an. Bei einer Inflationsrate von 64% und steter Mangelwirtschaft kaufen die Menschen alles Mögliche, nur um ihr Geld in Dinge (mit Wert) umzutauschen. Nun hat Deutschland derzeit noch eine Teuerung von 2,6 Prozent, laut Zipfel keine Inflation im herkömmlichen Sinne. Im Vergleich mit dem Euro-Raum steht Deutschland besser da, die Wirtschaft hat die letzte Krise gut überstanden und die Staatsverschuldung wird durch geschaffene Werte relativiert. Doch die Zeichen stehen auf Sturm. Ob OECD oder IFO Institut, der Graph zeigt nach unten und Besserung ist nicht in Sicht. Was also tun? In Amerika ist der Plan von Bernanke, dem FED-Chef: 10 Jahre Inflation und die Schulden sind weg. Ein Zahlenspiel auf Zeit. Welche Lösung gibt es für Anleger in Deutschland?

 

Altes Geld? Liquidität nutzen

 

Wohin mit der Liquidität?

Verfügbare Mittel sollten Anleger umgehend in Werte stecken. Reichen diese nicht aus, zum Beispiel ein Haus oder eine Wohnung zu erwerben? Dann macht es Sinn, sich zügig einem Kredit zu besorgen, um Eigentum erwerben zu können. Wie vorhandenes Kapital als Hebel verwendet werden kann, zeigte Björn Peickert von Sachwertpartner Hamburg am Beispiel der Hausfinanzierung. “Kaufen Sie keine Staatsanleihen! Bei negativer Realverzinsung besteht die Gefahr schleichender Enteignung.” Das vermeintliche sichere Staats-Papier wird zur Falle - im Falle eines Falles. Und eine Mitschuld trägt die Politik, die den Abwärtstrend noch durch massive Sparmaßnahmen unterstützt. Massivst antizyklisch investieren ist die Devise - sicherlich reiner Keynesianismus. Doch es bleibt aus Sicht der Experten nichts weiter übrig, als wirklich viel (gedrucktes) Geld in die Hand zu nehmen und Konjunkturprogramme anzuschieben. Sonst stehen viele wieder an - nicht um einzukaufen, sondern um stempeln zu gehen.

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Bundesbank in Hamburg - Gold aus währungspolitischer Sicht

Am 15.08.11. lud die Bundesbank in ihre Filiale Hamburg, um Anleger und Interessenten zum Thema Gold zu informieren. Es wurden keine Aussagen zu Anlagestrategien gemacht, sondern die Sicht der Hüterin der Währung dargestellt.

„Nach Golde drängt,/ Am Golde hängt/ Doch alles. Ach, wir Armen!“

(Johann Wolfgang von Goethe)

Mit diesen Worten begann André Bartholomae seinen Vortrag in einem voll besetzten Saal an der Willy-Brandt-Straße in der Hamburger City. Er ist Leiter des Zentralbereichs Märkte der Deutschen Bundesbank, Frankfut am Main. Nach dem Höhenflug des Goldpreises von 2007 an (Januar bei 550 USD pro Feinunze) bis heute (im Juli 2011 wurde die Marke von 1800 USD erreicht) war das Interesse an seiner Bedeutung für die Bundesrepublik und ihre Währung groß. Die Kauforder für physisches Gold und Goldanlagen wuchs proportional mit der ansteigenden Unsicherheit der Anleger. Ist ein Ende der Preisspirale abzusehen? Welche Auswirkungen hat dies für Käufer und Besitzer?

Vortrag Bundesbank Hamburg Gold  Reges Interesse beim Vortrag der Bundesbank in Hamburg

Das Tafelsilber der Bundesrepublik

Es rostet nicht, kann nicht brennen, verbraucht wenig Platz, kein Schwund - gute Eigenschaften einer Anlage, die keinen Zinsen erwirtschaftet. Doch Gold hat weitere gute Eigenschaften, so Bartholomae: “Es ist ein Schutz vor hohen Inflationsraten, robust gegenüber (finanziellen) Schocks und ein Zahlungsmittel in Zeiten unvorhergesehener Krisen.” Wiegt die Sicherheit mehr als der Ertrag? Der Mensch hat eine rational kaum erklärbare Beziehung zum Edelmetall. Es begleitet die Menschheit seit dem 6. Jahrhundert vor Christi. Ein lydischer König lies die erste Goldmünze prägen. Sein Name, wie wir ihn heute kennen: Krösus.
Die Deutschen haben zweimal eine Hyperinflation erlebt. Eine vor dem ersten Weltkrieg und eine verdeckte im zweiten Weltkrieg. Ihnen ist ein sicherer Hafen mehr wert, als Ertrag. Die Händler kamen zeitweise nicht hinterher, physisches Gold bereitzustellen. Die Bundesrepublik besitzt derzeit 3400 Tonnen, die an verschiedenen Orten der Welt (Ford Knox, USA; Paris, London, Frankfurt/M.)gelagert werden. Ist es noch da? Mehrfach kam die bange Frage nach dem wirklichen Verbleib und der Kontrolle durch Menschen. Doch Bartholomae konnte die Gemüter beruhigen. Es werden regelmäßige Revisionen durchgeführt und die gesamten Bestände befinden sich noch an Ort uns Stelle. Berechtigte Frage aus dem Publikum: “Warum liegt der Schatz der Bundesrepublik weltweit verstreut?” Bartholomae dazu: “Gold zu transportieren, ist ein Problem. Es ist sehr schwer durch seine hohe Dichte und ein Sicherheitsproblem.” Und weiter “Es wechselt der Besitzer, selten der Lagerort. Außerdem ist zum Beispiel London der Goldhandelsplatz Nummer 1.”

Bundesbank Goldreserven Statistik  Ist das Gold noch da? Reserven der Bundesbank

Gold und Währung

Bis 1971 gab es eine Goldpreisbindung des US-Dollars. Andere Währungen orientierten sich daran. Die Goldpreiskonvertibilität wurde aufgegeben und der Preis der Währungen dem Markt überlassen. In Krisenzeiten machte dies Stützungskäufe notwendig, die durch andere Staaten und den Emittenten der Währung selbst getätigt wurden. Das Gold lag seit dem wohlverwahrt in den sichersten Tresoren der Welt. Warum ist es wertvoll? Es ist ein knappes Gut. Der Abbau in den Minen hat ein stagnierendes, leicht rückgängiges Volumen. Größter Abnehmer ist die Schmuckindustrie, die etwa 52 Prozent der Weltproduktion benötigt. Indien und China sind die Länder mit dem höchsten Anteil an Schmuckverkauf weltweit. Insitutionelle Anleger (z.B. Banken, Investmentgesellschaften, Staaten) halten etwa 20%. Die privaten Anleger folgen mit 16% und die Verwendung in Kunstwerken (auch Restaurierung) benötigt 12% der Weltproduktion. Der institutionelle Besitz ist seit 1990 rückläufig. Die Menge an Gold, die durch die Bundesbank verwaltet wird, weckte stets Begehrlichkeiten aus der Politik. Doch reicht das Volumen (derzeitiger Wert etwa 115 MRD Euro) nicht aus, um ein Projekt auch nur annähernd zu finanzieren. Bartholomae dazu: “Die Wahrscheinlichkeit, dass der Erlös nicht zum Schuldenabbau verwendet wird, sondern zum Konsum, ist sehr hoch. Wahlgeschenke lassen sich so finanzieren. Eine solide Geldpolitik ist das nicht.”

Vortrag Bundesbank Hamburg André Bartholomae  André Bartholomae, Bundesbank Frankfurt

Eine Frage der Anlage

Ein Leiter des Zentralbereichs Märkte an der Bundesbank sollte es doch wissen.
Also musste die Frage nach der Anlageempfehlung kommen. Doch Bartholomae winkte ab. Genau so wenig, wie er über die weitere Preisentwicklung - oder den Absturz - etwas sagen kann, würde er sich darüber äußern, ob, wann und wie viel ein Anleger kaufen sollte. Er und seine Kollegen sehen sich als Bewahrer. Gold schafft Vertrauen, der Preisanstieg ist ein Indiz dafür. Der reale Preis allerdings liege seit Jahrzehnten um die 200 USD per Feinunze. Es ist also ein Börsenwert, die Flucht in ein Metall. Dessen Menge in den Köpfen der Menschen - unfassbar groß. Doch alles Gold der Welt, etwa 153.000 Tonnen, ergibt eingeschmolzen gerade mal einen Quader von 20 Metern Kantenlänge. Ein größeres Schwimmbad voll. Die Bundesbank hält außer dem Gold Einlagen in Form von Währungen (US-Dollar und japanische YEN), Wertpapiere und Forderungen an den Internationalen Währungsfond IWF. Ihre Aufgabe ist es, für eine stabile, solide Fiskalpolitik zu sorgen. Angriffe auf den vermeintlichen, alles bereinigenden Schatz Gold, währte sie stets ab.
Mit einem Schmunzeln antworte André Bartholomae auf die Frage: Was tut die Bundesbank in der Krise? “Ihr Bestes!” Der Beifall und das Lachen im Publikum hatten auch etwas Erleichterndes. Des Anlegers Sorge ist gebändigt, die Barren liegen noch im Tresor und der Herr im Anzug auf dem Podium selbst bürgt für eine konservative, sichere Geldpolitik der Bundesbank. Wie beruhigend.

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Transparente Wertschöpfung - Corporate Social Responsibility

Hamburg-Altona - Wie verdienen Unternehmen Geld? Mit diesem Problem beschäftigten sich am 29.03.11 Experten bei einer Veranstaltung der Hamburger Stiftung für Wirtschaftsethik. Sie richtete das Forum gemeinsam mit der Hamburg School of Business Administration aus. Die Frage zielt auf die unternehmerische Verantwortung zu sozialen und ökologischen Risiken bei der Erzeugung von Produkten und Dienstleistungen.

Soziale T-Shirts und ökologische Wertschöpfung

Eine kontroverse Diskussion war zu erwarten. Berndt Hinzmann (INKOTA-netzwerk e.V.), Mitinitiator von Kampagnen für saubere Kleidung dazu: „Diese von den Verbrauchern günstig zu erwerbenden Waren werden zum Teil unter sozial und ökologisch unhaltbaren Bedingungen produziert.“ Weiter diskutierten Prof. Dr. Ulf Schrader von der TU Berlin (forscht zu nachhaltigem Konsum) und Jochen Weikert von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ GmbH). Moderiert wurde die rege Diskussion durch Sebastian Siegele von Sustainability Agents. Sein Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, Wertschöpfungsketten und Lieferanten auf Mindeststandards zu untersuchen und Verbesserungen umzusetzen.

Stiftung Wertevolle Zukunft Hamburg (c) www.abendfarben.de Rege Diskussion über CSR (Foto: Tom Köhler, Hamburg)

Thema mit Hindernissen

“Die Reichweite unternehmerischer Verantwortung”, so Dr. Jesko Kreft von der Hamburger Stiftung für Wirtschaftsethik, “beginnt damit, sich überhaupt für diese Themen zu interessieren und sie als Teil der Wertschöpfung zu verstehen.” WIE Unternehmen Geld verdienen, ist die spannende Frage. Diese sorgte auch für ein sehr gut gefülltes Auditorium in Hamburg-Altona. Dessen Zusammensetzung war interessant, kamen zur Veranstaltung neben Unternehmern und Wissenschaftlern auch Studenten und Schüler. Ein Thema, dessen Reichweite quer durch die Gesellschaft geht. Sebastian Siegele führte gekonnt die Anwesenden zu einfachen, aber gar nicht so leicht zu beantwortenden Fragen: Wie halten SIE es denn mit CSR? Funktioniert die bei IHNEN?, Kennen SIE die Bestandteile? Kaum einer der Anwesenden konnte ohne zu zögern antworten.

Sich verpflichtet fühlen

Eine Diskussion ist im Gange - über und mit Zulieferern, Produzenten, Konsumenten und Regierungen. Doch wie groß ist die Chance, als Beteiligter überhaupt zu erkennen, welche ökologischen oder sozialen Belastungen auf Produkten liegen? Sicherlich machen Dokumentationen, wie die über den Textilvertrieb KIK, die Verbraucher wach und sorgen für Debatten. Doch hält dieser Effekt nicht lange an. Es muss ein wertevoller Erfolg (Kreft) durch soziale Standards erreicht werden. Die Wertschöpfungsketten sind global. Siegele: „Über Produkte und Dienstleistungen sind wir mit der Mehrheit der Menschen auf der ganzen Welt in Beziehung - auch im Schlechten“. Er bemängelt, dass die Kontrollmechanismen versagen. „Zwar gibt es Audits, Monitoring und Inspektionen, doch was nutzt es, wenn kurzfristig Zustände behoben werden. Oder Social Audits bis zu 80 Prozent manipuliert sind?“

Aller Anfang ist schwer

Skandalisierung ist, so Hinzmann, nur von kurzem Nutzen. In den Köpfen der Verbraucher und Produzenten muss das Wissen über Corporate Social Responsibility verankert werden. Ein Erfolg muss sichtbar werden, etwas zu bedenken reicht nicht mehr. In den Unternehmen gehe es oft um Risikovermeidung, so Prof. Schrader. Strukturelle Änderungen dagegen sind langwierig, eventuell teurer. Die Frage an das Publikum macht den Dissens deutlich. Verständnis schaffen und zu sensibilisieren ist die eine Seite. Oft sind Unternehmen mit den Aufgaben überfordert oder haben Nachholbedarf beim Wissen über CSR. Und Umverteilung birgt Risiken: Selbst wenn sich große Teile der Konsumenten oder Produzenten einig sind, die Zustände zu ändern, erzeugen sie ein weiteres Dilemma. Wem gebe ich mehr - wem nehme ich etwas weg? Wer verdient an Verbesserungen, wer zahlt für die neuen Standards? Trotz der anspruchsvollen Fragen war das Publikum offen und hoch interessiert. Alle - Gäste und Diskutanten - gingen mit mehr Fragen als Antworten nach Hause. Doch ein Anfang ist gemacht und die Fortsetzung folgt.

Um dem Thema gerecht zu werden, organisiert die Hamburger Stiftung für Wirtschaftsethik gemeinsam mit der Hamburg School of Business Administration 3 weitere Termine für Gespräche zu CSR: Am 28.6. in der Handelskammer, am 29.09. in der Schnittke Akademie und am 06.12.11 wieder in der Handelskammer.

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IFRA Expo - Leitmesse der Zeitungsindustrie in Hamburg eröffnet

Am Montag, 4. Oktober, um 10 Uhr im Media Port der Hamburg Messe: Der Senator für Wirtschaft und Arbeit der Freien und Hansestadt Hamburg, Ian Karan, WAN-IFRA-Präsident Gavin O’Reilly, und Bernd Aufderheide, CEO der Hamburg Messe, durchschneiden ein blaues Band. Die 40. Leistungsschau der Zeitungs- und Medienindustrie ist eröffnet. Erwartet werden fast 10.000 Besucher.

Stark für Pressefreiheit

Der Weltverband der Zeitungen und Nachrichtenmedien (WAN-IFRA) forderte afrikanische Nationen auf, unverzüglich Gesetze abzuschaffen, die Kritik am System zum Schweigen bringt. Unter dem Vorwand der Diffamierung und Beleidigung existieren Rechtsverordnungen, die einschüchtern und die freie Berichterstattung über den Kontinent verhindern. Die Presse soll als Garant der öffentlichen Rechenschaftspflicht arbeiten können, ohne Angst vor Inhaftierung oder anderen Repressionen. In einem Land, welches demokratisch und der Pressefreiheit verpflichtet ist, können sich hiesige Journalisten die unglaublich schwierigen Verhältnisse und den Druck auf die Medien kaum vorstellen.

Technologie ist der Treiber der Branche

An den Ständen der 340 Aussteller aus 33 Ländern finden die Fachbesucher die neuesten Trends bei Druckmaschinen, Redaktions- und Anzeigensystemen sowie in der Zuliefererindustrie. Ein hoher Anteil (über 90 Prozent) der Besucher sind Entscheider, Chefredakteure und redaktionelle Führungskräfte. Großes Augenmerk richtet sich auf die neuen Vertriebskanäle, wie Tablets, den mobilen Geräten und Paid-Content-Services. Wie sehr alte und neue Technologien nebeneinander ihre Positionen suchen, machte Hamburgs Senator für Wirtschaft und Arbeit klar. Ian Karan: “Die Tageszeitung beim Frühstück oder in der Bahn, der Krimi abends im Bett zum Einschlafen - sie sind nach meiner Auffassung durch digitale Medien nicht zu ersetzen. Oder können Sie sich vorstellen, am Bett ihres Kindes zu sitzen und Schneewittchen vom Laptop vorzulesen?“ Neben den zahlreichen Ständen gibt es auch ein laufendes Programm im Media Port. Vorträge und Präsentationen begleiten die drei Messetage.

Hyperlokal und Geokontext

Moderne Technologie und überall verfügbare Informationen formen ein völlig neues Denken in der Medienindustrie. Dienstleister wie Queport oder die DPA zeigten ihre Angebote in Vorträgen. Mit GoLocal wurde eine unterstützende Plattform für regionale oder lokale Verlagshäuser geschaffen. Der Schritt von global über lokal bis hin zu hyperlokal stellte die Betreiber der Plattform vor völlig neue Aufgaben. Queport sieht sich als intelligenter Informationsbroker. Die Aggregation des Contents ist die Aufgabe. Doch wollen die Mitarbeiter nicht nur den verlagseigenen Content einbinden, sondern auch Fremdcontent, der sich durch hohe Relevanz in regionalen Umfeld auszeichnet, aufnehmen. “Der Klebstoff dazu ist die Such-Technologie”, so Thomas Herbst von Queport. Anerkennen müssen aber auch Spezialisten, dass ein rein technisches, automatisches Verfahren noch nicht funktioniert. Der Mensch ist als Entscheider gefragt. Er stellt Themen manuell heraus.

Der Leiter des dpa-newslab, Dr. Gerd Kamp, erläuterte die Möglichkeiten, mittel Metadaten eine genaue Geokodierung von Ereignissen vorzunehmen. Eingebunden in die Redaktionssysteme können so Karten wie Google Maps den Themen zugeordnet werden. Kamp und seine Kollegen sehen sich als Brückenbauer zwischen den Redaktionen und der Technik. “Saubere Metadaten sind die essentielle Voraussetzung” so Kamp. Mit denen ermöglicht die Technik eine Aggregation über Zeit, Postleitzahl oder Ortsname. Der Pin, den so mancher schon einmal auf eine virtuelle Karte gepiekt hat, wird wohl unser Begleiter werden.

E-Reader und Tablets

Kennen Sie den NEWTON noch? Er war der erste Versuch der Firma APPLE, ein handliches Gerät zur Informationsbeschaffung und -darstellung zu bauen. Sein Makel: Zu früh auf dem Markt, kaum Inhalte zum Anzeigen. 1994 kommt uns heute vor, wie die Steinzeit. WAN-IFRA Managerin Dr. Kristina Sabelström Möller spannt einen Bogen vom NEWTON bist zum IPad. Die ständige Verfügbarkeit des schnellen Internets ermöglicht mit einer Fingerberührung eine Suche, eine Bestellung oder eine Verabredung in einem sozialen Netzwerk zu realisieren. Die Managerin sieht darin die Chance für Unternehmen, eine Art Ökosystem mit den Verbrauchern via Kommunikation aufzubauen. Vorteil der Tablets: Ihre Handhabung ist intuitiver, auch für ältere Menschen schneller zu erlernen, als Laptop oder Netbook. Neben den Tablets gibt es mittlerweile allein 5 Millionen KINDLE. Lesegeräte (Reader) erobern nach und nach den Markt. Auch das Nutzungsverhalten ist anders. Die reine Lesezeit - ohne Bedienung von Elementen - beträgt stolze 95 Prozent. Beim Tablet ist die Tätigkeit im Vordergrund.

Blättern, vergrößern, aufrufen, schließen - alles Vorgänge, die auf dem Hypergerät der Messe Assoziationen zur ENTERPRISE oder zukunftsgeladenen Krimiserien wecken. Ein 100.000-Euro-Tisch steht auf der Messe mit den Namen sedna touch T6.7. Menschen umringen fasziniert das Gerät, Finger schieben auf einem fast schreibtischgroßen Fenster Bilder hin und her. Finger auseinanderziehen: Das Bild wird groß. Rasend schnell werden selbst Bilder mit zweistelliger MB-Zahl geöffnet und verschoben. Ein Tennisball hüpft über die Platte, hinterlässt spannenden Spuren auf dem sensitiven Tisch. Alleine dafür lohnt es sich, die Messe zu besuchen. Sie hat noch bis Mittwoch geöffnet.

 

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