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Autorenportal SUITE101 schließt und die NZZ setzt auf Paywall

Journalisten, Autoren und Leser bekommen zwei schlechte Nachrichten an einem Tag. Ein gut durch Suchmaschinen zu findendes Autorenportal schließt seine Deutschland-Redaktion. Und die renommierte Neue Zürcher Zeitung stellt im ersten Quartal 2012 eine Paywall vor seine redaktionellen Inhalte.

Drei Jahre, nun ist bald Schluss

In einem Artikel des Portals SUITE101 heißt es: „Die Klage ist das Lied der Medienunternehmen und Journalisten. Ersteren geht es chronisch schlecht und Letztere haben nicht genug zum Leben. Die Suche von Schreibern und Unternehmern nach Modellen zur Monetarisierung ist im vollen Gange. Erstere versuchen sich mit ihrer eigenen Zeitung – auch Blog genannt. Suchmaschinen bestätigen die Überlegung. Legen Sie doch nach Updates deutlich mehr Wert auf aktuellen und vor allem relevanten Inhalt. Die Zeit zwischen den Suchläufen hat sich drastisch verkürzt. Inhalte erscheinen schon nach Minuten im Index von Google und Co. Doch wie die ganze Mühe zu Geld machen? Wie lässt sich die viele Zeit vor der Tastatur versilbern? Eine Möglichkeit bot sich schon vor Jahren bei SUITE101. Das Portal aus Kanada eröffnete mit Erfolg seinen deutschen Ableger und viele Autoren – auch Journalisten – nutzten die Blog-Plattform. Deren aktive Bemühung für eine gute Findung durch Suchmaschinen katapultierte viele Artikel auf Seite 1 der Suchergebnisse. Eine Redaktion beobachtete die Arbeit der Autoren, griff bei unseriösen Autoren ein, half bei der Optimierung oder entdeckte Fehler und schrieb die Autoren an. Angelockt durch die Wirksamkeit und Reichweite versuchten sich die 3000 deutschen Autoren am Aufbau einer Webpräsenz, die durch Klick per Anzeige auch noch etwas Geld in die Taschen der Schreiber brachte. Sicherlich nicht in die Taschen aller. Aber wer es verstand, aktuelle Ereignisse oder relevante (!) Themen aufzunehmen, die Regeln des Schreibens für Leser UND Suchmaschinen beherrschte, der konnte mit einer kleinen, regelmäßigen Aufbesserung seines Taschengeldes rechnen. Ergebnis des Fleißes der Autoren: 70.000 Artikel in drei Jahren, eine stolze Bilanz für das Portal. Derzeitiger Grund für die Schließung der deutschen Redaktion – NICHT des Portals – soll ein Update von Google sein. In einem Artikel des Blogs basicthinking.de wird notiert, das PANDA-Update habe den Traffic der Seite reduziert. Die Einnahmen der Plattform waren durch die passend geschalteten Anzeigen in den Artikeln realisiert worden. Sinkender Traffic (seit Oktober) ist gleich sinkende Einnahmen und Tantiemen für die Autoren. Ein Wegfall der Redaktion, so die Vermutung von basicthinking, lässt auch bald das Niveau der Artikel sinken. Die Reputation ist dann dahin, das Portal wertlos. Eine Flucht der Autoren zu eigenen Blogs oder Blog-Gemeinschaften ist die Folge.

 

Paywall – funktioniert sie wirklich?

In einer Meldung des Nachrichtenportals NEWSROOM wurde aus Gerüchten Realität. Eine der renommiertesten Tageszeitungen der Welt, die Neue Zürcher Zeitung, beschloss, eine Paywall vor den digitalen Inhalten zu errichten. Eine Bezahlschranke verhindert, dass Online-Leser ungehindert auf die Artikel der Zeitung im Internet zugreifen können. Die Konsequenz: Leser müssen zahlen. Paid Content heißt das Zauberwort, mit dem Verleger liebäugeln. Ist es doch eine Möglichkeit, endlich im Internet Geld zu verdienen. Zwei Reaktionen hat eine solche Überlegung stets zur Folge: Einmal flüchten Leser, lassen sich auf anderen Seiten (kostenlos) informieren. Um dem zu entgehen, machen zweitens Internetzeitungen den Schritt zu einer löchrigen Paywall. Dies geht über den Weg, den das Hamburger Abendblatt beschreitet. Dessen Artikel werden über die Google -Suche gefunden und können dann online und kostenlos gelesen werden. Weitere Möglichkeit: Dem Leser wird die Möglichkeit eingeräumt, eine bestimmte Anzahl Artikel kostenlos zu lesen. Dann wird er aufgefordert, ein Online-Abonnement abzuschließen. In der New York Times hat der Aufbau einer Paywall funktioniert. Die Leserzahlen und die Reichweite blieben fast gleich. Im deutschsprachigen Raum muss sich der Erfolg nicht wiederholen. Bei der letzten Messe der Verleger und Zeitungshäuser WAN IFRA 2010 in Hamburg gab es einen Einblick in die Bemühungen, mit Inhalten und zielgerichteter Werbung Geld zu verdienen. Wohin die Reise geht, wird sich in Monaten, gar Jahren zeigen.

Für die schreibfleißigen Deutschen heißt es: Selbst machen, zur Marke werden, Reichweite aufbauen. Wenn sie etwas Glück haben, kommen Werbetreibende dann zu ihnen und nicht umgekehrt.

Für die Leser heißt es: Holen sie sich Ihre Informationen da, wo sie beim Lesen einen Mehrwert haben. Welche Plattform das ist, entscheiden sie selbst. Wo für sie geschrieben wird, da lassen sie sich nieder.

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Braucht die Meinungsfreiheit im Web 2.0 Grenzen?

Nachwuchsjournalisten, ein Blogger und ein Politiker diskutierten mit dem stellvertretenden Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung am 05.05.2011 in der Hamburger Körber-Stiftung ein Thema mit Ecken und Kanten.

Körber-Stiftung Fahnen (c) www.abendfarben.de

Stimme der Gesellschaft

Zwischen den jungen Journalisten des Printmagazins FREIHAFEN aus Hamburg und Wolfgang Kraft von der Süddeutschen gibt es außer dem Arbeitsplatz kaum Unterschiede. Alle arbeiten für ein Produkt, dessen Leser journalistische Qualität, Wahrheit und Klarheit verlangen. Doch artikuliert sich der Leser heute online, schnell und direkt. Seine Meinung kommt ungefiltert von Redakteuren an die Öffentlichkeit. Das findet auch Markus Beckedahl von www.netzpolizik.org gut. Er vertritt mit seinem tausendfach gelesenen Blog die Auffassung: “Die Zivilgesellschaft ist die fünfte Gewalt und hat das Recht auf Meinungsfreiheit”. Burkhardt Müller-Sönksen, medienpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, ist einer der Politiker, der selbst online aktiv ist. Er sieht einen Spagat zwischen Online-Verweigerung vieler Politiker und den negativen Möglichkeiten des Web 2.0. Für ihn ist Social Media die 5. Gewalt, mit guten und schlechten Seiten.

Ist das WWW seriös?

Beckedahl macht an einem Beispiel klar, wir virulent und direkt die fünfte Gewalt agiert. “Eine Petition gegen Kinderpornografie erreichte innerhalb von drei Tagen die geforderte Anzahl von 50.000 Stimmen. Andere Petitionen benötigen auf dem Offline-Weg Wochen dazu”. Doch ist es seriös, wenn ein Nutzer mit einem Klick seine Stimme für ein Projekt gibt? Dem spricht Müller-Sönksen das Wort. Eine digitale Oberflächlichkeit sieht er heranwachsen. Für ihn ist der schnelle Klick zwischendurch nicht repräsentativ. Als Beispiel führt auch Kraft an, dass in den Beiträgen der Leser im Online-Forum der SZ eher singuläre Meinungen stünden. “Eine Diskussion findet eher selten statt. Das Internet verleitet, schnell etwas hinzurotzen”. Und doch ist es heute keine Einbahnstraße in der Kommunikation mehr. Ein Rückkanal ermöglicht die direkte Reaktion von Menschen. “Früher”, so Beckedahl “haben die Menschen die Fernbedienung vollgequatscht!” Heute könne er via Smartphone oder Laptop umgehend reagieren.

Körber-Stiftung Hamburg (c) www.abendfarben.de Fotos Körber-Stiftung: Tom Koehler, Hamburg

Im Internet sind alle gleich

Es gibt keine Benachteiligung, es sei denn, der Nutzer macht selbst einen Fehler. Eine Meinungskonkurrenz ist also möglich, das reine Konsumieren war früher. Die regen Aktivitäten bei Großprojekten, wie Stuttgart 21, sind ein sehr gutes Beispiel für das partizipative Netz. Doch machen, so Müller-Sönksen, sich Kompetenzgrenzen bemerkbar. Es gibt beim Nutzungsverhalten eine Bildungskonkurrenz. Eine weitere Frage beschäftigte die Runde auf dem Podium. Ist das Netz transparent? Wenn alle die gleichen Rechte haben, so haben auch alle das Recht auf die gleichen Informationen. Klingt erst einmal gut, doch wo zieht wer die Grenzen? Ein demokratisiertes Herrschaftswissen (Beckedahl) versus diskursfreien Räumen, in denen Staatsgeheimnisse liegen. Ihm geht es darum, anders mit Informationen umzugehen. Besser wäre es, mehr Informationen öffentlich zu stellen. Am Beispiel der Stadt Kassel sei dies gut gelungen. Die veröffentliche den gesamten Haushaltsplan im Netz und die Bürger konnten Vorschläge zu
Einsparungen machen. Daraus wurden Empfehlungen an die Politik, die sich der Mehrheit der Bürger versichern konnte. Gelebtes Web 2.0, Partizipation und Öffentlichkeit lassen auch größere Projekte mit Volkes Stimme versehen.

Datenflut statt Wissenszuwachs

Nachteil dieser und anderer Projekte, wie OPEN DATA, ist die Menge der freigesetzten Daten. Die keiner liest, oder dafür sorgt, dass der Suchende in den Datenmengen ertrinkt. Und das wirklich Wichtige bleibt ungelesen. Eine überschaubare Datenmenge, wie die Diplomarbeit von Ex-Minister zu Guttenberg lässt sich behandeln. Doch wer hat Wikileaks gelesen? Ein Gesetz zur Informationsfreiheit gibt es, dessen Umsetzung in der Praxis ist laut Beckedahl alles andere als leicht. Bürokratische Hürden machen aus dem Gesetz mehr ein Problem als eine Lösung. Weitere Krux der Offenlegung: die Grenzziehung zwischen allgemein interessierenden und privaten Daten. Private Daten schützen und öffentliche nützen - klingt vernünftig, bedarf aber einer
Kontrollinstanz. Und wer kontrolliert die Kontrolleure?

Wenn Facebook mit dem Staate …

Was ist, wenn zur Abwehr von realen oder fiktiven Gefahren aus den privaten Räumen im Netz öffentliche werden? Arbeiten Social Networks mit staatlichen Autoritäten zusammen, kehrt sich der Gedanke des freien Web 2.0 in sein Gegenteil um. Kritische Stimme aus dem Kurznachrichtendienst Twitter dazu: “Wozu Volkszählung, schaut doch auf Facebook!” Auch Herrschende nutzen das Internet. Im schlechten Fall Diktatoren, die sich umfassend über Gegenbewegungen im Lande informieren, sie gar steuern. Hiesige Politiker sind, so Müller-Sönksen, noch deutlich im Zugzwang. Ihre Kommunikation 2.0 lässt oft zu wünschen übrig. Oder sie stellen Studenten ein, die der Öffentlichkeit eine aktive Online-Arbeit vorgaukeln. Entschließt sich der Regierungssprecher Seibert dazu, selbst zu twittern, verursacht das unter den Berliner Politik-Journalisten einen mittleren Tumult …

Pro und Contra

Die jungen Macher von FREIHAFEN sind selbst in ihrer Gruppe unterschiedlich eingestellt. Von Nutzern, Aussteigern und Nichtnutzern bei Facebook gab es Vertreter bei den sympathischen Jungjournalisten. Ihnen machen andere Dinge Sorgen. Sei es der Identitätsklau, bei dem Personen über Accounts und Bilder “gespiegelt” werden und unter falscher Flagge Unsinn - im schlimmsten Fall Unheil - angerichtet wird. Ein Rufmord, da haben sie recht, können aber auch in den Printmedien geschehen. Was also sind die Aufgaben der Zukunft? Junge Menschen brauchen Medienbildung. Und es braucht gut ausgebildete Ausbilder, die sich in der Komplexität des Netzes zuhause fühlen. Bildung ist der Zugang zu Informationen, zur Formung einer staatsbürgerlichen Meinung und zu gesellschaftlichem Engagement. Die Redakteure der kleinen Zeitung vom Elbufer geben mit ihrem Engagement ein wunderbares Beispiel, wie so etwas funktionieren kann.

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Die hölzerne Riesin von Jeetze

Jeetze / Hamburg - Ein Titel, der nicht so leicht verdaut wird. Was für eine Riesin? Wieso hölzern? Was ist Jeetze? Gemach, es handelt sich um ein Kinderbuch von Sina Kongehl. Sie ist Schriftstellerin und Illustratorin aus Bismark. Das Städtchen liegt in der nördlichen Altmark, zwischen Stendal und Salzwedel gelegen.

Die Geschichte handelt von Landwirtschaft, alter Technik, Freundschaft und dem Wesen des Menschen. Bendix Mesedorn, ein kleiner Junge und stolzer Enkel seiner geliebten Großeltern, ist der Titelheld. Er lebt in dem Dörfchen Jeetze. Oma und Opa besitzen eine Windmühle, die in einem Zustand ist, der Handeln erfordert. Gemeinsames Handeln, denn alleine schaffen es die drei nicht. Bendix macht sich auf die Suche nach Verbündeten für dieses Werk. Schwer enttäuscht bekommt er eine Abfuhr nach der Nächsten. Alle, die er anspricht, zeigen ihr wahres Gesicht. Nach vollmundigen Ankündigungen verweisen sie auf wenig Zeit, Krankheiten und andere Verbindlichkeiten.

 Hölzerne Riesin - Mühle zu Jeetze Hölzerne Riesin - Mühle zu Jeetze (Foto: Tom Koehler, Hamburg)

Das Menschenbild von Bendix droht, zu zerbröckeln. Er erinnert sich an den Müllergesellen, der inzwischen ohne Arbeit zu Hause saß. Es braucht in modernen Zeiten keiner eine Windmühle. Das Mehl gibt es im Laden um die Ecke abgepackt und günstig. Die Mühen von Bendix werden belohnt: Eines schönen Tages und nach reichlicher Arbeit drehen sich die Mühlenflügel wieder. Übrigens, den Ort Jeetze gibt es wirklich und die Mühle auch. Kongehl ist rege und hat noch mehr Kinderbücher, Kurzgeschichten und sogar Krimis geschrieben. Sie finden einen Überblick hier.

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Kunst im Bunker

Der Kunstverein Harburger Bahnhof zeigt eine Installation von Julia Bünnagel unter dem Motto: All Thoose Tomorrows. Die Kölnerin präsentiert ihr Kunstwerk im Vorraum  des Zivilschutzbunkers Harburg. Eine Begehung mit Eindrücken von Tom T. Köhler.

Eingang zum Bunker Harburg, S-Bahn-Station Harburg-Rathaus; Foto: Thomas Köhler Foto: Eingang zum Bunker in der S-Bahn-Station Harburg-Rathaus. (Tom T. Köhler)

Hamburg-Harburg Was macht einen Raum zu einem Raum? Vier Wände, Boden, Decke, Innenleben. Was macht ein Raum in einem Raum? Ein solches Innenleben irritiert nicht nur den Betrachter soll dazu dienen, unser Leben zu reflektieren.

Goldene Blöcke, dem Vernehmen nach geformt wie Wohnblöcke von Trabantenstädte, stehen dicht an dicht im Vorkeller des Harburger Schutzbunkers. Umgeben sind sie von hässlichen metallenen Wänden. Es wirkt, als sei eine Stadt eingesperrt nicht nur in einem Keller, sondern in diesem Keller nochmals in Verhauen, abschließbar.

Kunstinstallation im Harburger Bunker; Foto: Thomas Köhler Foto: Blick in die Installation von Julia Bünnagel im Vorkeller des Bunkers. (Tom T. Köhler)

Der Kontrast wirkt. Stahlbeton bietet Schutz im Katastrophenfall, ist zweckmäßig. Es graut dem Betrachter grün-grau entgegen.  An der recht üppigen Treppe, die in einer ernsten Situation 5.000 Menschen in die neuzeitlichen Katakomben geleitet, geht der Blick tief unter den Harburger Shopping-Bezirk. Die Treppe hat den Vorteil, dass sich der verwunderte Mensch festhält am Geländer und sich gleichsam einen Überblick verschafft aus sicherer Entfernung. Denn die bedrückende Enge zwischen den goldenen übermannshohen Klötzen lässt sich erahnen. Im Raum ergreift sie den Besucher. Vor Augen haben wir das goldene Gefängnis in dem wir leben.

Kleinklein, Cocooning genannt, verstecken wir uns im Wohlstandsbüdchen, dritter Stock rechts, Tiefgaragenplatz, Fahrstuhl inklusive. Wir sind froh, wenn wir unsere Höhle erreicht haben, hinter uns die Tür schließen können. Innen ist es warm und sicher. Draußen dagegen laut, dreckig, unsicher, kalt.

Kunstinstallation im Harburger Bunker; Foto: Thomas Köhler Foto: Kunst im Bau. Mit Goldfolie eingepackte Regale im Vorkeller. (Tom T. Köhler)

Dieser Cocooning-Wohlfühleffekt tritt auch in den Gängen des goldenen Labyrinths  von Julia Bünnagel zutage. Lehnen wir uns an eine Wand dieser Edelmonster, entpuppt sich, dank Styropor unter der glänzenden Folie, die Wand als wärmender Ort. Unsere eigen Wärme wird zurückgeworfen. Wir heizen uns – heizen uns auf mit Konsum, Flachbild, Megapixeln, Tausenden von Megabits per Sekunde. Doch die Ernüchterung ist stets warnend vor Augen.

Grüngrau hockt das harte Höhlentier wartend im Halbdunkel. Geduldig. Wenn es etwas genügend hat, so ist es Zeit. Bald muss der Betrachter wieder raus aus seinem Büdchen, ist der Realität ausgeliefert. Kaum hat er den unwirtlichen Ort verlassen, umbraust ihn S-Bahn-Gegrummel,  zieht ihm Unterstadtdunst in die Nase. Der Griff zum Jackenkragen. Schlag ihn hoch, Mensch. Das Höhlentier lacht hinter ihm her. Sehr sicher und zufrieden klingt sein Lachen aus der Tür des Bunkers.

Julia Bünnagel, Köln. Foto mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin: Kunstverein Harburger Bahnhof e.V. Foto: Julia Bünnagel, Köln. (Kunstverein Harburger Bahnhof)

Ausstellung läuft noch

Die Ausstellung ist bis einschließlich 1. November 2009 zu besichtigen. Öffnungszeiten: mittwochs bis sonntags von 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Internetauftritt des Kulturvereins Harburger Bahnhof

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