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Arbeiten an der Leistungsgrenze
28.9.2009 von Tom T. Köhler.
Hamburg setzt 15 zusätzliche Streifenwagen ein – hat jedoch 120 Polizisten zu wenig.
Ein Kommentar von Thomas Köhler, Hamburg
Foto: Streifenwagen der Hamburger Polizei. (Thomas Köhler)
Hamburg – Nachdem über 100 Pkw in Hamburg in Flammen aufgegangen sind, schlägt die Polizei zurück. Jetzt will sie 15 Streifenwagen mehr einsetzen. Mit ihnen will sie der zunehmenden Unsitte Herr werden, aus politischen oder rachsüchtigen Motiven heraus Eigentum anderer Menschen in Flammen aufgehen zu lassen. Das Ansinnen der Polizei ist löblich, sorgt doch die Häufung dieser Delikte in den zurückliegenden Wochen für spürbare Ängste bei den Hamburgern. Es ist richtig, mit mehr Beamten vor Ort zu sein, um dort schnell reagieren zu können.
In seinem Buch „Die deformierte Gesellschaft“ macht der renommierte Soziologe Meinhard Miegel ein mögliches Szenario so fest: „Ein Staat, der dieses zunehmende Sicherheitsbedürfnis nicht mehr zu befriedigen vermag, wird schonungsloser als bisher als Versager gebrandmarkt. Früher oder später werden die Bürger sein Gewaltmonopol infrage stellen und ihre Sicherheit selbst organisieren.“
Soweit darf es nicht kommen. Deshalb ist der Ansatz der Polizeiführung richtig. Leider sind die angesammelten Überstunden der Polizisten exorbitant hoch – stehen im Widerspruch zum erklärten Ziel. „Allein 900.000 haben sich bei der Hamburger Polizei angesammelt“, sagt Joachim Lenders von der Deutschen Polizeigewerkschaft. Sein Kollege Uwe Koßel von der Gewerkschaft der Polizei Hamburg sieht es gar drastischer: „Wir sind auf dem Weg in den Kollaps. Wir sind zu wenig, auch wenn die Politik etwas anderes behauptet.“ Der Polizei fehlen derzeit 120 Beamte. Wer soll da die 15 zusätzlichen Streifenwagen fahren? Oder saßen die dafür jetzt vorgesehenen Beamten vorher nur herum? Aufklärung ist angesagt. Den Beamten in den Revieren und Peterwagen braucht kein Vorwurf gemacht zu werden. Sie arbeiten an der Leistungsgrenze oder gar darüber hinaus.
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