Archiv der Kategorie Technik

Mit Zukunftsforschern auf Zeitreise in eine unsichere Ökonomie

Heute sind Zeitreisen möglich - auf dem Zukunftskongress des Think!Tank 2b.AHEAD. Dessen zehnte Auflage fand vom 14.-15.06.2011 in Destedt nahe Braunschweig statt. Die Reiseroute führte in eine unsichere Ökonomie. Gesellschaft und Wirtschaft werden sich dramatisch verändern.

Der etwas spleenige Doc und sein junger Freund Marty reisten im Dreiteiler “Zurück in die Zukunft” kreuz und quer duch die Zeit. Der Erfolg der Filme beruhte auch auf der Sehnsucht der Menschen, nicht nur ihre Geschichte, sondern auch ihre Zukunft zu ergründen. So war auch das Interesse an einem der innovativsten ThinkTanks Deutschland sehr groß. 200 Gäste aus Forschung, Wirtschaft, Politik und Religion debattierten auf einem idyllisch gelegenen Gut mitten in Niedersachsen, wie ein Deutschland im Jahr 2021 sein könnte. Allerdings war es keine entspannte Reise, sondern eine den Kopf fordernde, intellektuell anspruchsvolle Vorausschau in unsere gemeinsame Zukunft.

Brücken in eine unsichere Zukunft Brücke in eine unsichere Zukunft

Das Hirn wird Lösungen finden

Prof. Dr. Gerald Hüther von der Uni Göttingen muss es wissen: “Das Hirn wird Lösungen finden!” Unsicherheiten sorgen für einen Zwang, sich selbst und neu zu organisieren. Von außen dringen nur Warnsignale und schlechte Nachrichten auf den Menschen ein. In grauer Vorzeit waltete ein archaisches Notfallprogramm und sorgte für die Ur-Reaktionen. Der Angriff, die Flucht oder eine ohnmächtige Erstarrung. Letztere, so Hüther, hat die Menschen derzeit im Griff. Die rasante Entwicklung einer globalen Wirtschaft, die Umwälzungen ganzer Gesellschaften und die Infragestellung der bisherigen Sozialsysteme - zu viel für Menschen, die in Strukturen und Abläufen lebten und dachten. Menschen müssen Vertrauen in den Sinn ihres Tuns haben. Sie müssen durch Erwerb oder Aufbau von Kompetenzen Vertrauen in sich selbst entwickeln. Und Menschen brauchen tiefes Vertrauen in andere Menschen. Wie das geht? Durch Begeisterung an einer Sache, durch Intuition im Bauch und Erfahrungen, die unter die Haut gehen. Das, so Hüther, unterscheidet uns explizit von Robotern und Computern. Die haben ja nicht mal Hunger …

Denksport zwischen den Vorträgen bei 2b AHEAD Gäste des 2b AHEAD Kongresses beim Denksport

Leben mit dem Blechkollegen

Eine Vision lässt manchen auf dem Zukunftskongress erschauern: der Kollege aus Blech im Büro, an der Werkbank. Oder gar ein Roboter als Chef. Dr. Natascha Esau von der Uni Paderborn denkt noch weiter. 2121 diskutieren wir über eine Roboterquote vs. Menschenquote bei der Besetzung von Stellen oder Führungsaufgaben. Sie muss es wissen, arbeitet sie doch in der Forschung, die aus dem kalten, steifen Roboter einen emotionalen, empfindungsfähigen Zeitgenossen macht. Sie möchte ihn mit Sensoren ausstatten, die unsere Regungen, unsere Stimmlage und die Gesichtszüge analysieren und daraus auf unseren Gefühlszustand schließen. Auch wenn das noch Zukunftsmusik ist, im pflegerischen Bereich und in der Altenversorgung sind andere Länder schon einen großen Schritt weiter. Dort sind die Helfer-Maschinen eine Entlastung bei schwerer oder Routinearbeit. Sogar einen Kuschelroboter aus Plüsch gibt es schon.

2b AHEAD Kongresspause Tagungspause

Open Government statt Volks-Ersetzer

Anke Domscheit-Berg, Vorstand von opengov.me, sprach einer realen Demokratie und Transparenz der öffentlichen Verwaltung das Wort. “In zehn Jahren gibt es den gläsernen Staat. In zehn Jahren sind Parlamentarier Volks-Vertreter, und nicht Volks-Ersetzer!” Kleiner Mann ganz groß, dass gleiche gilt für Lieschen Müller. Meinungsbildungsprozesse finden in rasanter Geschwindigkeit und digital statt. Die Fakten auf den Tisch zu bekommen, ist keine Illusion mehr. Verwaltungen werden ihre Prozesse und Entscheidungen offenlegen müssen. Das Volk will wissen, was in seinem Namen geschieht. Die kollaborativen Elemente einer neuen digitalen Gesellschaft ermöglicht weltweite Kooperationen. Nach Fukushima und dem Kommunikationsdesaster von TEPCO organisierten Menschen Geigerzähler und stellte die gemessenen Daten unverzüglich ins Netz. “Der Wutbürger wird zum Mut-Bürger. Und König von Deutschland kann jeder sein.”, so Domscheit-Berg. Engagement, Partizipation und technische Möglichkeiten wälzen ein ganzes System um.

Tagungsort Destedt Gut Destedt bei Braunschweig (alle Fotos: Tom Koehler, Hamburg)

Sozialer Raum, Intransparenz und Selbstkontrolle

Schon heute, weiß Sam Mandel von TWEET DECK, sind meine digitalen Daten überall verfügbar. Versicherungen, Banken und Dienstleister wissen so gut wie alles über uns. Menschen tun ihren Teil dazu, die Datensammlung zu vergrößern. Sie bewegen sich im virtuellen sozialen Raum, hinterlassen Spuren und Informationen zu ihrem Leben sowie ihrer Person. Doch dieses Ende der Privatheit lässt alte Ängste hervorkommen. Big Brother, der Überwacher an sich, ist wieder möglich. Nicht nur der Staat (und autoritäre Systeme) wittern umfangreichen Zugang zu jedem Einzelnen, auch Geheimdienste entwickeln professionelle Instrumente zur Überwachung. Was dann mit zusammengeführten massiven Datenbergen geschieht, ist nicht mehr transparent. Prof. Dr. Schildhauer von der UNI Berlin ahnt eine Zweiteilung der Menschen: Die Elite, die gelernt hat damit umzugehen und ein Bürgertum, welches nur Daten liefert und nicht reflektiert, was mit diesen geschieht. Einen AUS-Knopf gibt es nicht. Die Entscheidung, was von einem Selbst im globalen Gedächtnis bleibt, liegt zum Teil auch in der Hand eines jeden Menschen. Technologien der Zukunft werden von Menschen gemacht. Und der Umgang damit muss erlernt und trainiert werden.

Ausführliche Berichte zum 10. Zukunftskongress 2b.AHEAD finden Sie auf http://abendfarben.wordpress.com/

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Unesco-Welttag des audiovisuellen Erbes

Sagen Ihnen Hi8, 16mm, VHS oder Cinemascope etwas? Muss man Cineast oder Hobbyfilmer sein, um mit diesen Begriffen etwas zu verbinden? Wir leben schon so in der digitalen Welt, dass uns Filme im Fotoapparat oder der Videokamera als sehr rückständig vorkommen. So sind Filme, die sich über Rollen bewegten und Maschinen mit dem charakteristischen Klackern nur noch aus Filmen bekannt. Die Unesco erinnert heute daran – mit dem Welttag des audiovisuellen Erbes. Er erinnert an die Erhaltung von Fotos, Tonaufnahmen, Filmen und Videos, die in den letzten 100 Jahren geschaffen wurden.

Kinokultur

Als es noch keine Fernseher gab, war das Kino eine kulturelle Institution. Heute versuchen die verbliebenen Lichtspielhäuser der Neuzeit, mit reichlich Dolby, 3D und anderem technischen Instrumentarium den Niedergang aufzuhalten. Wer erinnert sich noch an Vaters oder Großvaters Bemühen, den schweren Projektor auf den Stubentisch zu hieven und die Metall- oder Pappschachteln zu sortieren, in denen das familiäre Celluloid verwahrt wurde. Die Filmabende bei knatterndem Gerät und Stummfilm waren das Kino des kleinen Mannes. Später entwickelten findige Ingenieure den Film in der Kassette – das Video ward geboren. Die Kameras wurden handlicher, die Akkus hielten immer länger und ohne anderes Gerät konnte der Film in den heimischen Fernseher transportiert werden. Ein Kabel namens Scart sorgte dafür.

Alter Rollei-Fotoapparat (c) www.abendfarben.de (Foto: Tom Koehler, Hamburg)

Ton und Bild

Am Tag des audiovisuellen Erbes soll aber auch der Tonaufnahmen und Fotos gedacht werden. Erste Tonaufnahmen wurden gepresst und eine Nadel entlockte den schwarzen Scheiben den Klang der Zeit. Die Schallplatten wurden nach dem Krieg bald von Tonbändern abgelöst. Von den Plattenkameras und  Magnesiumlichtern bis zu den heutigen digitalen Wunderdingern liegen 100 Jahre. Die Fotografie, einst im abgedunkelten Dachboden oder Keller mit Chemikalien betrieben, findet heute am Computer statt.

Teure Vergangenheit

Die Technik wird immer noch auf Trödelmärkten oder elektronischen Marktplätzen zu horrenden Preisen angeboten. Wer heute seine AGFA-Kamera-Sammlung erweitern will oder noch Schellack-Platten sucht, weiß, wovon hier die Rede ist. Den Produkten der Technik, den Tonbändern, Schmalfilmen und den Kisten voller Familien-Bilder wird diese Aufmerksamkeit nicht zuteil. Schauen Sie doch am Wochenende mal wieder in den Keller oder auf den Dachboden. Vielleicht wird das verregnete Wochenende zu einer wunderbaren Zeitreise – in die eigene Vergangenheit und völlig analog.

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IFRA Expo - Leitmesse der Zeitungsindustrie in Hamburg eröffnet

Am Montag, 4. Oktober, um 10 Uhr im Media Port der Hamburg Messe: Der Senator für Wirtschaft und Arbeit der Freien und Hansestadt Hamburg, Ian Karan, WAN-IFRA-Präsident Gavin O’Reilly, und Bernd Aufderheide, CEO der Hamburg Messe, durchschneiden ein blaues Band. Die 40. Leistungsschau der Zeitungs- und Medienindustrie ist eröffnet. Erwartet werden fast 10.000 Besucher.

Stark für Pressefreiheit

Der Weltverband der Zeitungen und Nachrichtenmedien (WAN-IFRA) forderte afrikanische Nationen auf, unverzüglich Gesetze abzuschaffen, die Kritik am System zum Schweigen bringt. Unter dem Vorwand der Diffamierung und Beleidigung existieren Rechtsverordnungen, die einschüchtern und die freie Berichterstattung über den Kontinent verhindern. Die Presse soll als Garant der öffentlichen Rechenschaftspflicht arbeiten können, ohne Angst vor Inhaftierung oder anderen Repressionen. In einem Land, welches demokratisch und der Pressefreiheit verpflichtet ist, können sich hiesige Journalisten die unglaublich schwierigen Verhältnisse und den Druck auf die Medien kaum vorstellen.

Technologie ist der Treiber der Branche

An den Ständen der 340 Aussteller aus 33 Ländern finden die Fachbesucher die neuesten Trends bei Druckmaschinen, Redaktions- und Anzeigensystemen sowie in der Zuliefererindustrie. Ein hoher Anteil (über 90 Prozent) der Besucher sind Entscheider, Chefredakteure und redaktionelle Führungskräfte. Großes Augenmerk richtet sich auf die neuen Vertriebskanäle, wie Tablets, den mobilen Geräten und Paid-Content-Services. Wie sehr alte und neue Technologien nebeneinander ihre Positionen suchen, machte Hamburgs Senator für Wirtschaft und Arbeit klar. Ian Karan: “Die Tageszeitung beim Frühstück oder in der Bahn, der Krimi abends im Bett zum Einschlafen - sie sind nach meiner Auffassung durch digitale Medien nicht zu ersetzen. Oder können Sie sich vorstellen, am Bett ihres Kindes zu sitzen und Schneewittchen vom Laptop vorzulesen?“ Neben den zahlreichen Ständen gibt es auch ein laufendes Programm im Media Port. Vorträge und Präsentationen begleiten die drei Messetage.

Hyperlokal und Geokontext

Moderne Technologie und überall verfügbare Informationen formen ein völlig neues Denken in der Medienindustrie. Dienstleister wie Queport oder die DPA zeigten ihre Angebote in Vorträgen. Mit GoLocal wurde eine unterstützende Plattform für regionale oder lokale Verlagshäuser geschaffen. Der Schritt von global über lokal bis hin zu hyperlokal stellte die Betreiber der Plattform vor völlig neue Aufgaben. Queport sieht sich als intelligenter Informationsbroker. Die Aggregation des Contents ist die Aufgabe. Doch wollen die Mitarbeiter nicht nur den verlagseigenen Content einbinden, sondern auch Fremdcontent, der sich durch hohe Relevanz in regionalen Umfeld auszeichnet, aufnehmen. “Der Klebstoff dazu ist die Such-Technologie”, so Thomas Herbst von Queport. Anerkennen müssen aber auch Spezialisten, dass ein rein technisches, automatisches Verfahren noch nicht funktioniert. Der Mensch ist als Entscheider gefragt. Er stellt Themen manuell heraus.

Der Leiter des dpa-newslab, Dr. Gerd Kamp, erläuterte die Möglichkeiten, mittel Metadaten eine genaue Geokodierung von Ereignissen vorzunehmen. Eingebunden in die Redaktionssysteme können so Karten wie Google Maps den Themen zugeordnet werden. Kamp und seine Kollegen sehen sich als Brückenbauer zwischen den Redaktionen und der Technik. “Saubere Metadaten sind die essentielle Voraussetzung” so Kamp. Mit denen ermöglicht die Technik eine Aggregation über Zeit, Postleitzahl oder Ortsname. Der Pin, den so mancher schon einmal auf eine virtuelle Karte gepiekt hat, wird wohl unser Begleiter werden.

E-Reader und Tablets

Kennen Sie den NEWTON noch? Er war der erste Versuch der Firma APPLE, ein handliches Gerät zur Informationsbeschaffung und -darstellung zu bauen. Sein Makel: Zu früh auf dem Markt, kaum Inhalte zum Anzeigen. 1994 kommt uns heute vor, wie die Steinzeit. WAN-IFRA Managerin Dr. Kristina Sabelström Möller spannt einen Bogen vom NEWTON bist zum IPad. Die ständige Verfügbarkeit des schnellen Internets ermöglicht mit einer Fingerberührung eine Suche, eine Bestellung oder eine Verabredung in einem sozialen Netzwerk zu realisieren. Die Managerin sieht darin die Chance für Unternehmen, eine Art Ökosystem mit den Verbrauchern via Kommunikation aufzubauen. Vorteil der Tablets: Ihre Handhabung ist intuitiver, auch für ältere Menschen schneller zu erlernen, als Laptop oder Netbook. Neben den Tablets gibt es mittlerweile allein 5 Millionen KINDLE. Lesegeräte (Reader) erobern nach und nach den Markt. Auch das Nutzungsverhalten ist anders. Die reine Lesezeit - ohne Bedienung von Elementen - beträgt stolze 95 Prozent. Beim Tablet ist die Tätigkeit im Vordergrund.

Blättern, vergrößern, aufrufen, schließen - alles Vorgänge, die auf dem Hypergerät der Messe Assoziationen zur ENTERPRISE oder zukunftsgeladenen Krimiserien wecken. Ein 100.000-Euro-Tisch steht auf der Messe mit den Namen sedna touch T6.7. Menschen umringen fasziniert das Gerät, Finger schieben auf einem fast schreibtischgroßen Fenster Bilder hin und her. Finger auseinanderziehen: Das Bild wird groß. Rasend schnell werden selbst Bilder mit zweistelliger MB-Zahl geöffnet und verschoben. Ein Tennisball hüpft über die Platte, hinterlässt spannenden Spuren auf dem sensitiven Tisch. Alleine dafür lohnt es sich, die Messe zu besuchen. Sie hat noch bis Mittwoch geöffnet.

 

Information: Ein Fehler im Redaktionssystem verhindert das Einfügen der Bilder. Wir bitten das zu entschuldigen. Sie finden die Bilder hier.

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Ein Tag IFA

Der Wecker verabschiedete die Nacht pünktlich um fünf. Ich hab es so gewollt. Ein langer, aber auch spannender Tag steht mir bevor. Von Hamburg aus geht es mit einem Kollegen zur 50. Internationalen Funkausstellung nach Berlin.Wir fahren in einen strahlenden Sonnenaufgang hinein. Den erhoffen sich auch die Hersteller von Fernsehern, Waschmaschinen und MP3-Playern. Der Markt, so scheint es, ist gesättigt. Zweithandy, Drittplayer und eine große Anzahl anderer Geräte sind in einem Durchschnittshaushalt versammelt. Also muss der Produzent dieser Güter sich von anderen Kunden abheben, einen Mehrwert generieren. Oder sich durch absolute Qualität auszeichnen. Gesättigt scheint aber nicht der Markt für Parkplätze während der IFA.

IFA-Funkturm (c) www.abendfarben.de

Der Versuch, sich mit dem PKW in die Nähe des Messegeländes zu bewegen, glich einem Verkehrs-GAU. Mit etwas Glück und im Hoffen auf einsichtige Ordnungshüter gelang es, den Kleinwagen dezent abzustellen. Dann schnurstracks Richtung geschmücktem Funkturm geeilt. Der Tag ist nicht unendlich und wir wollen viel entdecken. Schlangen vor den Kassen und Eingängen - auch mitten in der Woche - zeigt das grandiose Interesse von Fachbesuchern (fast 125.000), Verbrauchern (über 110000) und Presse (ca. 2000) an dem jährlichen Technik-Stelldichein. Wir durchwandern Halle für Halle, staunen, lesen, sehen Projektionen.

 

 3D-Logo (c) www.abendfarben.de

Absolutes Thema: 3D

Jeder Hersteller wirbt mit Leinwänden, kleinen Kinosälen oder Flachbildschirmen und der obligatorischen Brille. Überall sitzen Menschen in bequemen Sesseln, stehen dichtgedrängt vor Leinwänden und lassen sich die neue Technologie zeigen. Es ist - ehrlich eingestanden - sehr beeindruckend. Glasklare Bilder, Objekte, die scheinbar in den Raum ragen oder den Besucher “anspringen”, lassen die perfekte Illusion entstehen. Auf einer Leinwand spielt ein Klassikorchester unter Sir Simon Rattle. Die Kamera durchfährt den Orchestergraben. Unwillkürlich rückt man zur Seite, als die drohend näherkommende Harfe ihre ganze Größe zeigt. In anderen “Kinos” laufen Trickfilme und Animationen, die mit wilden Flugshows oder rasanten Objekten in eine dritte Dimension entführen. Nachteil der Technik: Derzeit geht es ohne Brille noch nicht. Besonders für Brillenträger ist die Brille auf der Brille ein Manko. Ein Interessent der besonderen Art weilte auch in einem 3D-Kino: Bundespräsident Christian Wulff zeigte sich sichtlich vergnügt ob der Illusion.

 Bundespräsident Wulff im 3D-Kino (c) www.abendfarben.de

Dass es keinen Stillstand gibt, zeigte auch das erste 3D-Notebook. Auch ein Prototyp, zu dem es kaum Informationen am Stand gab - so neu war es. Mit der dazugehörigen Brille lassen sich auch Anwendungen am heimischen Schreibtisch in 3D starten. Allerdings ist das Notebook umschaltbar, herkömmliche Nutzung in 2D also weiter machbar.

3D-Notebook (c) www.abendfarben.de

 

Technische Gimmicks

 Sie wollten doch schon immer mal eine Projektion auf die Leinwand mit Ihrem Handy starten? Ganz gewiss streben Sie doch auch den Raumklang-Lausprecher an, der es schafft, in ihrem Kopf 3D-Audio zu erzeugen, obwohl er allein unter dem Flachbildschirm steht? Alles ist möglich, so der Eindruck. Überall entpuppen sich kleine und größere Entwicklungen. Staunende Besuchergruppen bilden sich vor dem Autostereoskopischen 360-Grad-3D-Display. So heißt es wirklich, ist ein Prototyp und ermöglich eine Rundumsicht auf ein Objekt. Ungläubig umkreisen auch wir das Wunderding, fühlen uns wie auf dem Raumschiff Enterprise im Holodeck. Der Internet-Fernseher auf Basis des Betriebssystems Android vereint riesengroß, in natürlichen Farben und blitzschnell TV sowie Computer. Was das Gerät einmal auf dem Markt kosten soll und wie lange es dauert, bis die Konkurrenz nachrüstet, konnte niemand beantworten.

 7-Liter-Geschirrspüler (c) www.abendfarben.de

 

Technik für die tüchtige Hausfrau

Die moderne Frau hat weniger Zeit, als ihre Vorfahren. Sie verlässt sich auf den 7-Liter-Geschirrspüler, den die Besucher in der durchsichtigen Variante bei der Arbeit beobachten konnten. Wer auch immer im Haushalt die Hosen anhat - ohne moderne Konzepte geht es nicht mehr. Zahllose Modelle von intelligenten Waschmaschinen, flüsterleisen Staubsaugern und stromsparenden Kühlschränken füllten so manche Halle. Ein Segen, so schien es dem langsam schwach werdenden Besucher, waren die zahllosen Hersteller von Kaffee-Maschinen. Wir entschuldigen uns für die profane Bezeichnung all der System-, Pad- und Gastronomiegeräte. Waren wir doch froh, verschnaufen zu können und mit dem Geschmack frisch gebrühter Bohnen auf der Zunge die nächste Herausforderung anzugehen.

 

Fernseher der Zukunft (c) www.abendfarben.de (alle Fotos: Tom Koehler, Hamburg)

Fernseher der Zukunft

Auch wenn das Programm diverser Sender nicht gerade einlädt, den Fernseher anzuschalten, ist es doch verführerisch, die modernen Flachbild-Monitore zu sehen. Die Dicke der Geräte ist am Schwinden. Früher wuchsen die großen Röhren-Geräte in die Tiefe und brauchten eine Raumecke, um überhaupt in der herkömmlichen Wohnung zu stehen. Die heutigen Bildschirme sind geradezu zerbrechlich. Kleinere Exemplare erreichen eine Materialstärke von 1 Zentimeter. Der Fernseher ist dünner, als ein Finger - unglaublich.

Inzwischen machte sich die körperliche Anstrengung bemerkbar. Mit einer gewissen Ermattung erreichten wir unser - noch dort stehendes - Auto. Ein Stoßgebet an die Schutzengel und den Großmut der Berliner Polizei, tanken und auf in Richtung Heimat. Doch eines ist sicher: Nächstes Jahr machen wir es genau so wieder. Wir sehen uns auf der IFA vom 02.-07.09.2011!

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Meisterstücke der Tischlerinnung in Hamburger Handwerkskammer ausgestellt

Vom 16. - 22.08.2010 bot die Handwerkskammer ganz besonderen Menschen eine Bühne. TISCHLERMEISTERSTÜCKE hieß die hochinteressante Ausstellung. Die Hamburger Meisterschule Tischlerhandwerk ließ Ihre Favoriten auffahren. Die Schule ist eine Abteilung im Harburger Elbcampus, dem Kompetenzzentrum der Handwerkskammer Hamburg.

Immenser Andrang

Alle Jahre wieder werden die ausgewählten Prüfungsarbeiten für den Tischlermeister der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dem versierten Heimwerker - vulgo Holzwurm - stockt der Atem. Dem Handwerksmeister nebst Gesellen gehen die Augen über. Doch auch Interessenten ohne fachlichen Hintergrund sind Gäste in der Handwerkskammer und bestaunen die Ideen und Materialien. Ehrfurcht verlangen einige Zahlen: Von der Idee bis zum fertigen Objekt vergehen bis zu 8 Monate. Reine Fertigungszeit für ein solches Stück: 180 Stunden. Doch die immense Arbeit, die in den Meisterwerken steckt, ist ein Augenschmaus! Die hohen Besucherzahlen führten zu etwas noch nie dagewesenem. Herwig Kathke, Bildungsmanager im Elbcampus: “So einen Andrang hatten wir noch nicht. Die reichlich gedruckten Begleithefte waren innerhalb von zwei Tagen vergriffen. Wir mussten nachdrucken lassen!”

Kickertisch Stefan Brink Oststeinbeck (c) www.abendfarben.de Kickertisch von Stefan Brink, Oststeinbeck (Foto: Tom Köhler, Hamburg)

Berühren verboten

Leider ist es nicht gestattet, die Stücke zu berühren. Doch danach verlangt es einem unbändig, wenn Maserungen und Rundungen vor einem stehen. Also ist es eine optische Reise, angenehm unterstützt durch den intensiven Duft nach Eiche, Nuss, Kirsche und Zebrano. Der Betrachter braucht erst mal einige Minuten, um die Sinneseindrücke zu verarbeiten. Die scheinbar geringe Zahl der Stücke lässt die Zeit elegant verstreichen. Oft klebt der Blick an Details, umschleicht der Besucher das Objekt immer und immer wieder. Verschiedene Hölzer versprühen ihren Charme und für jeden Geschmack ist etwas dabei. Der Kickertisch aus Nussbaum steht geradezu im Weg. Sich ihm zu entziehen ist unmöglich. Die verchromten Stäbe mit schwarzen Griffen kontrastieren wunderbar mit dem edlen Holz. Der Clou: Ein Auszug an jedem Kopfende dient der Aufnahme der für ein Kickerturnier notwendigen Getränke. Der Begriff Lackaffe bekommt eine völlig neue Bedeutung, stellt sich der Besucher die Stunden vor, in denen der Tischler die Oberflächen behandelt. Durch unzählige Schichten entsteht eine Brillianz und Tiefe der Maserung, die ihresgleichen sucht.

Anrichte Per Völkel Hamburg (c) www.abendfarben.de Anrichte von Per Völkel, Hamburg (Foto: Tom Koehler, Hamburg)

Meisterwerke der Tischlerinnung

Die Stars der Besucher sind aber eine Anrichte aus Cocobolo und Ahorn - und ein unglaublicher Waschtisch aus Eiche mit atemberaubender Maserung. Doch eines nach dem anderen.Die Anrichte hat eine schachbrettartige Front mit erhabenen und vertieften Elementen. Ein genialer Mechanismus lässt die Türen durch leichten Druck nach außen schwenken. Das dunkle Holz strahlt eine Wärme und Behaglichkeit aus, die ein ungeübter Betrachter mich dem Schlagwort “Eiche rustikal” versehen würde. Doch die beiden Hölzer kooperieren hervorragend und der rotbraune Ton gewinnt seine Verehrer im Handumdrehen. Der Waschtisch zog jeden Besucher magisch an. Immer wieder die starke Versuchung, mit der Hand das Material zu erkunden - oh Folter, verboten! Es sind zwei Becken in das mehrfach verklebte Material gefräst. Das kleinere Becken dient den Händen und verfügt über eine sensorgesteuerte Wasserzufuhr. Dahinter verbirgt sich ein Fach, welches durch Druck darauf nach oben fährt. Das große Becken könnte einem Taufbecken zur Ehre gereichen. Die Oberflächen sind mit Hartöl behandelt und würden im heimischen Bad einen zauberhaften Duft verbreiten.

Waschtisch Mathias Wendt Norderstedt (c) www.abendfarben.de Waschtisch von Mathias Wendt, Norderstedt (Foto: Tom Koehler, Hamburg)

Alle Jahre wieder

Allen Stücken die ihnen gebührende Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, sprengt leider den Platz. Allen angehenden Tischlermeistern sei beschieden, dass sie ihre Profession mit höchstem Einsatz und gelungener Kreativität ausüben. Die Liebe zum Detail, aber auch zum Material ist spürbar, erfahrbar. Dank gilt der Handwerkskammer, die ihr schönes Treppenhaus für die Ausstellung bereitstellte. Allen, die dem Material Holz mehr als nur den Brennwert abgewinnen können, sei empfohlen, im nächsten Jahr wieder mit staunenden Augen und offenen Mündern zu den Objekten der ganz besonderen Art zu pilgern.

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2bAHEAD Zukunftskongress

Gibt es etwas aufregenderes, als einen Blick in die Zukunft zu werfen? Ermöglicht wurde dies, als sich Denker und Lenker aus Europa zum inzwischen neunten Zukunftskongress vom 15. - 16.6. 2010 auf Schloss Oelber bei Salzgitter versammelten.

Brisante Themen

Mediale Heimaten, Kompensation von Krisen und Normenzukunft - eine Arbeitsgruppe befasste sich mit dem gesellschaftlichen Wandel durch technische Entwicklung und Verschiebung der sozialen Strukturen.

Die Schere zwischen Arm und Reich, Onlinern und Nonlinern und die soziale Sprengkraft solcher Prozess - eine völlig neue Struktur wird diese Gesellschaft neu definieren.

Das Aus für die Massenwirtschaft, die Beseitigung von Informations-Asymmetrien und neue Geschäftsmodelle verändern die Wirtschaft, die Produktion, die Arbeit.

Ausführliche Informationen zu diesen Themen finden Sie hier.

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Alte Landwirtschaftstechnik in der Altmark

Deutz-Einzylinder-Verdampfermotor. Fotograf: Thomas Köhler Foto: Deutz-Einzylinder-Verdampfermotor. (Tom T.  Köhler)

Jeetze – Eine Kurbel steckt an einem großen metallenen Schwungrad. Starke Männerarme drehen sie kraftvoll, immer schneller. Alle Augen starren gespannt auf das schwarze Ungetüm, welches plötzlich aus seinem Schlaf erwacht. Es schnauft, qualmt aus dem rostigen Auspuff, rumpelt, stottert, braucht eine Weile, bis es rund läuft. Dieses ölige Monstrum nennt sich Deutz-Einzylinder-Verdampfermotor und ist bald 90 Jahre alt. Der Motor ist der Star unter den landwirtschaftlichen Geräten aus der Vorkriegszeit, die am zurückliegende Wochenende noch einmal in Jeetze in der nördlichen Altmark zum Leben erweckt werden.

Erntevorgang aus der Vorkriegszeit wird präsentiert

Bauer Wilhelm Sasse, den alle nur Willem nennen, hat seine Freunde vom Mühlenverein um sich geschart, um die aufwendige Technik im Betrieb zu zeigen. „Den Mähbinder haben wir nach 13 Jahren aus der Scheune gezogen, auf das Feld gebracht und er hat gearbeitet“, so Sasse vor den versammelten 25 Zuschauern, „es war nicht eine Garbe, die er nicht gebunden hat!“. Auf dem Mühlenberg wird der gesamte Vorgang der Ernte dargestellt. Dazu sind auch die entsprechenden Maschinen zu sehen. „Mein Vater war früher mit seiner Technik unterwegs. Leute, die keine Dreschmaschine besaßen beschäftigten ihn als Lohndrescher“, sagt Sasse, „nun wollen wir einen Riemen auf die Orgel schmeißen!“.

Dreschmaschine Erica, Baujahr 1923, aus Bevensen

Der Motor ist der schwergewichtige Antrieb für den Arbeitsgang nach der Mahd, dem Ernten des Getreides. Dieser treibt über einen langen Lederriemen die einige Meter entfernt stehende Dreschmaschine an. Über dem Motor sitzt ein ovaler Behälter, in den Wasser eingefüllt wird, welches zur Kühlung dient. Es  verdampft allmählich und wenn eine weiße Wolke aus dem Kühltank aufsteigt, ist es höchste Zeit, nachzufüllen. Der handbreite Lederriemen läuft in einer Höllenfahrt über ein Metallrad an der Dreschmaschine und setzt die aufwendige Mechanik in Bewegung. Die Dreschmaschine ist eine ehrwürdige Erscheinung in altrot, Baujahr 1923. Sie hört auf den Namen Erica und wurde in Bevensen gebaut. Das unförmige Dreschwerk nimmt sich riesig aus zu den zierlichen, handbemalten, hölzernen Speichen der metallbeschlagenen Räder. Diese sind mit Keilen gesichert, damit sich die Maschine beim Betrieb nicht fortbewegt.

Bei der Arbeit. Foto: Thomas Köhler Foto: Bei der Arbeit. Foto: Tom T. Köhler

Motor nach zehn Jahren wieder in Betrieb genommen

Die gebundenen Garben werden mit einer Forke vom Hänger gehoben und zwei Männer nehmen sie ab, verteilen sie gleichmäßig in den Trichter. Die Helfer haben zünftiges Blauzeug an, Strohhüte auf. Unter ihnen bewegt sich die umfangreiche Mechanik, die Rüttelplatten und Transporttücher dazu bringen, die ausgedroschenen Halme der Presse zuzuführen. Am anderen Ende der Maschine rieseln Körner unaufhörlich durch Trichter in angehangene Säcke. Der würzige Duft eines wogenden Feldes, kitzelt in der Nase. Die Helfer ölen die Lager des Motors, der vergnügt tuckert, nachdem er sich warmgelaufen hat. „Der frisst sogar Rohöl“, so Wilhelm Sasse. „Der Sprit, der drin war, ist noch vom letzten Mal. Und es ist zehn Jahre her, dass wir die Maschinen in Betrieb hatten“. Der Motor steht auf breiten, verölten Bohlen, die wie Schlittenkufen an den Enden geformt sind. Nur vier kräftige Männer schaffen es mit vereinten Kräften, diesen Brocken zu bewegen. Immer wieder sammeln sich technikbegeisterte Männer um den Veteranen der Landwirtschaft. „So schwer war die Arbeit damals, heute macht das ein einziger Mäher während der Fahrt“, so ein Besucher. Ein anderer: „Den Motor hätte ich auch gern, was könnte man damit alles antreiben.“

Strohballen wie von Hexenhand gebunden

Inzwischen hat sich der Morgennebel etwas gelichtet und die Sonne bescheint freundlich die Szenerie. An einem kleinen Stand gibt es Wurst vom Grill, gebrannten Korn und ein kühles Blondes. „So sieht man, was aus Getreide alles entstehen kann. Prost!“ Wilhelm Sasse stößt mit einem Korn auf die gelungene Vorführung an. Doch die Pflicht ruft. Aus der Dreschmaschine rutschen über ein Holzgitter die ausgedroschenen Halme in die metallene Bindemaschine. Sie ist im Gegensatz zur Dreschmaschine ungepflegt, rostig, teilweise sandgelb, ruht auf ihren verkeilten Metallrädern. Auch an ihrer Seite ein fast metergroßes Metallrad, auf dem der lederne Riemen läuft. In ihrem Inneren, insektengleich, ungezählte dünne Metallstäbe, die das ankommende Stroh kämmen und gleichmäßig fassen. Am anderen Ende schaufeln metallene Greifer die wie von Hexenhand gebundenen Ballen auf eine hölzerne Rutsche, schieben die Bunde immer höher auf der schiefen Bahn gen Himmel. Fachkundig erklärt Sasse den Besuchern die Technik: „Je mehr Ballen auf den Balken liegen, umso höher ist der Widerstand, den die Presse überwinden muss.  Umso fester werden die in der Maschine gepresst.“

Schaulustige bestaunen die alten Maschinen. Foto: Thomas Köhler Foto: Schaulustige bestaunen die alten Maschinen. Foto: Tom T. Köhler

Männer aus echtem Schrot und Korn

Seine Helfer, von der Sonne verwöhnt, rufen schon nach einer Unterbrechung. Auch sie haben sich ihr Bier redlich verdient, glauben sie zu diesem Zeitpunkt. Doch Sasse verweist auf die Ballen: „Ein paar brauchen wir noch. Den Rest machen wir nachmittags.“ Also heißt es noch mal Anpacken. Henry, ein Kerl wie ein Baum, schnappt sich die gepressten Ballen, schichtet sie akkurat aufeinander. Henry hat sich seinen Traum von einem Traktor Lanz Bulldog erfüllt. Er treckert nun mit dem Oldtimer durchs Dorf. Oben auf der Dreschmaschine schwitzen die Helfer inzwischen. Nicht nur die Arbeit, auch der Stand ist nicht leicht. Die ganze Maschine schwankt und rumpelt, gibt den Füßen keinen sicheren Halt. Da sind Männer aus echtem Schrot und Korn gefragt. Nichts für verwöhnte Städter. Die Männer verbindet die Liebe zur alten Technik, aber verschieden sind sie doch. Auf der Presse Malermeister Heinz, dessen Augenwinkel hinter der dünnrandigen Brille von Lachfalten gefurcht sind. Neben ihm Maik, schlank und durchtrainiert, der sich gerade ein kleines Häuschen ausgebaut hat.  Vom Hänger reicht Axel das Stroh zu. Er ist Schlosser und Leiter der Jugendfeuerwehr. Anführer der bunten Truppe ist Willem, freundlich und bestimmt zugleich. Ein kleiner Buckel zwingt ihn zu einer leicht gebeugten Haltung. Sein Herz ist auch nicht mehr das jüngste. Die schwere Arbeit muss er jüngeren überlassen. Axel: „Ohne Willem gäbe es wohl keine Vorführungen wie diese.“ Endlich ist Pause. Besucher und Helfer sammeln sich zur Stärkung am Partyzelt. Der Grill spendet verführerischen Duft, die Zapfanlage zischt und ein Lachen weht über den Mühlenberg. Willem spendiert eine Lage Bier für die Helfer, die mit lautem Hallo begrüßt wird. Arbeit macht hungrig. Dem hilft ein junger Mann ab, der sich mit Feuereifer am Grill zu schaffen macht.

Regenschauer beendet Vorführung

Am Nachmittag gibt es noch einmal eine Vorführung. Inzwischen schieben sich drohend dunkle Wolken zusammen. Jetzt heißt es aufpassen. Nach dem letzten Ballen fassen alle mit an, ziehen riesige Planen über die kostbaren Geräte. Die Dreschmaschine besteht zur Hälfte aus Holz, deshalb ist Willem ist wachsam. Kaum haben unzählige Hände geholfen, bricht sich der Himmel Bahn. Ein Guss wie aus Eimern wird von einem kräftigen Wind über den Berg getrieben. Eng beieinander sammeln sich die Getreuen unter dem Zelt. Die aufkommende Kühle wird durch die Glut des Grills gemindert. Ein Schauer kann die Jeetzer nicht erschüttern. Das machen wir wieder, so die einhellige Meinung der Technik-Enthusiasten.

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